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Direkteinstieg vs. Trainee

Der erste Job nach der Uni bestimmt Deinen weiteren Berufsweg. Grund genug, sich vor der Bewerbung zu informieren, was Dich erwartet. Einstiegsprogramme für IT-Berufsstarter sind entweder als Direkteinstieg oder als Traineeship angelegt. Hier sind alle wichtigen Facts zu Deinen Einstiegsmöglichkeiten in die IT-Welt:

    Direkteinstieg

    Beim direkten Jobeinstieg bewirbst Du Dich nach dem Studium auf eine bestimmte Position im Unternehmen. Du bist von Anfang an in das Tagesgeschäft und den Arbeitsablauf Deiner Abteilung integriert. Du hast ein festes Team, klar definierte Aufgaben und wirst mit intensiver Projektarbeit gezielt eingearbeitet. Deshalb wird der Direkteinstieg als Young Professional auch "Training on the Job" genannt. Wenn es um hochkomplexe technische Anforderungen geht, kann die Einarbeitung bis zu fünf Jahre dauern. In der Regel geht es aber schneller, denn die Arbeitgeber haben zum Ziel, die Direkteinsteiger möglichst schnell fit für den Job zu machen. Je nach Unternehmen arbeitest Du in diesen "direkten" Einstiegsprogrammen eng mit anderen Fachabteilungen zusammen. Und auch Auslandseinsätze können bei internationalen Konzernen dazugehören.

    Dein Einstiegsgehalt liegt in der Regel etwas höher als das der Trainees (ca. 5 %). Häufig bekommst Du sofort einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Trotzdem ist der direkte Weg in den Job nicht für alle IT-Berufseinsteiger das Richtige. Der Direkteinstieg passt zu Dir, wenn Du am liebsten "hands on" arbeitest, direkt Verantwortung übernehmen und Dich fachlich spezialisieren willst. Das heißt, Du solltest nach dem Studium schon ein klares Berufsziel vor Augen haben.

    Trainee

    Neben dem Direkteinstieg, der von den meisten Absolventen gewählt wird, gibt es einen deutlichen Trend zum Traineeprogramm. Jedes fünfte Unternehmen hat mittlerweile eines oder mehrere für Informatik-Absolventen im Angebot. In manchen Branchen, z.B. im Bank- und Versicherungswesen, haben sie eine lange Tradition. Im IT-Bereich sind Traineeships vergleichsweise neu, werden aber immer beliebter.

    Die meisten Traineeprogramme sind auf ein bis zwei Jahre angelegt. Parallel dazu besuchst Du Seminare und Workshops, um Dein fachliches Know-how und Deine Soft-Skills  weiterzuentwickeln. Einstiegsprogramme werden deshalb häufig auch als "Training off the Job" bezeichnet.

    Wenn man sich Durch die Stellenanzeigen scrollt, kann man allerdings schnell den Überblick verlieren. Die häufig verwendeten Bezeichnungen "Trainee" und "Traineeprogramm" sind nicht geschützt und es gibt bisher noch keine verbindlichen Ausbildungsstandards. Jedes Traineeprogramm hat einen anderen Aufbau und Ablauf, weil jeder Betrieb eigene Rahmenbedingungen und Inhalte festlegen kann. Und auch das Einstiegsgehalt kann sich je nach Arbeitgeber und Branche unterscheiden. Deshalb ist es wichtig, die Stellenbeschreibungen genau zu vergleichen. Außerdem solltest Du das Vorstellungsgespräch nutzen, um die Struktur und die Zielsetzung des Traineeprogramms zu hinterfragen. 

    Wie viele Stationen Du durchläufst und ob das Traineeprogramm standardisiert, halbstandardisiert oder individuell abläuft, hängt vom einzelnen Unternehmen ab. Bei einem internationalen Programm sind zusätzlich ein oder mehrere projektbezogene Auslandsaufenthalte eingeplant. Auch hier gibt es keine einheitlichen Standards. Die Spanne reicht von wenigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten. Generell ist eine internationale Ausrichtung "nice to have", aber kein Beweis für ein besseres Traineeprogramm.

    Welcher Einstieg passt zu Dir?

    Jedes Unternehmen hat ein individuelles Konzept für sein IT-Einstiegsprogramm: Vom speziellen Förderprogramm für zukünftige Manager bis zum abteilungsübergreifenden Rundum-Sorglos-Paket für Generalisten. Deine Zielposition muss dabei noch nicht endgültig feststehen. Das gilt besonders für generalistische Einstiegsprogramme. Aber auch das funktionsspezifische Einstiegsprogramm ist flexibel, damit Du Deine persönlichen Stärken innerhalb des Fachbereichs finden kannst. Beim führungsorientierten Einstiegsprogramm steht zwar die Richtung von Anfang an fest (nach oben). Doch Du hast auch hier zunächst keinen festen Arbeitsplatz in einer bestimmten Abteilung, sondern kriegst einen Überblick über alle Unternehmensbereiche hinweg, lernst die verschiedenen Standorte kennen und baust Dir ein internes Netzwerk auf.  

    Alle Einstiegsarten haben gemeinsam, dass Du systematisch, mit einem strukturierten und auf Dich abgestimmten Programm eingearbeitet wirst. Du lernst die gesamte Unternehmensstruktur kennen, wirst selbst bekannt gemacht und von einem persönlichen, erfahrenen Mentor und Ansprechpartner begleitet. In regelmäßigen Feedbackgesprächen wird Dein Einstieg im Unternehmen unterstützt. Und auf Netzwerkveranstaltungen kannst Du weitere wichtige Kontakte knüpfen. 

    Auch wenn Dein Arbeitsvertrag auf die Dauer des Einstiegsprogramms befristet sein sollte, sind Deine Übernahmechancen sehr gut. Wenn Du Dir vorstellen kannst, Dich langfristig an das Unternehmen zu binden, kannst Du Deinen Berufsweg von Anfang an strategisch planen. Ein Einstiegsprogramm ist in jedem Fall eine gute Basis für Deine weitere IT-Karriere – vorausgesetzt, dass Du die Förderangebote im Unternehmen auch aktiv nutzt. Woran Du erkennst, ob es sich um ein faires Einstiegsprogramm handelt, das Dich weiterbringt, haben wir in einer Checkliste für Dich zusammengefasst.

    tl;dr
    • Einstiegsprogramme in die IT-Welt werden sowohl für Direkteinsteiger als auch für Trainees angeboten.
    • Sie unterscheiden sich v.a. darin, ob Du eher on- oder off-the-Job auf Deine Arbeit vorbereitet wirst.
    • Alle Einstiegsarten haben eine systematische Einarbeitung für Berufseinsteiger gemeinsam.
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