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Die digitalen Städte der Zukunft

Wie IT die Infrastruktur von Verkehr, Umwelt und Energie optimiert

Von Deborah Liebig

 

 

    Daten & Fakten

    Die vernetzte Stadt ist keine reine Zukunftsvision. Sie besteht schon heute die ersten Realitätstests. Dazu werden IT-Systeme entwickelt, die aktuelle Informationen über Verkehr, Wirtschaft und Umwelt aufbereiten. Diese Management-Informationssysteme helfen zusammen mit modernen Steuerungsmodellen bei der nachhaltigen Stadtplanung. Die Zahl der Konzepte und Projekte, die "Stadt" neu denken, steigt von Jahr zu Jahr.

    Reale und virtuelle Welt nähern sich immer weiter an. Dieser Trend ist vor allem in den Ballungsräumen erkennbar. Schon heute gibt es die ersten komplett vernetzten Städte, in denen immer mehr Aufgaben von intelligenten Technologien übernommen bzw. gesteuert werden. Gefragt sind hier vor allem Geoinformatiker.

    In smarten Communities werden zusammen mit den Verwaltungen Infrastrukturen aufgebaut, um Planung, Aufbau und Verwaltung der täglichen Abläufe zu verbessern. Die bisherigen Vorzeigeprojekte konzentrieren sich dabei meistens auf einen bestimmten Teilbereich des Stadtlebens.

    Die ersten Schritte zur Smart City

    Shanghai entwickelt Lösungen für seine Verkehrsprobleme (Transportation). In Tansania steht die Verbesserung der ärtzlichen Versorgung im Mittelpunkt (E-Health). Amsterdam will vor allem Energie sparen und Treibhausgasemissionen senken. Und abgelegene Orte in Kanada sind auf E-Learning angewiesen. In der kanadischen Gemeinde Stratford sind z.B. alle Gebäude durch Breitband-Glasfaserkabel miteinander und mit öffentlichen Einrichtungen wie den Bibliotheken oder dem Rathaus verbunden.

    Papierlose Büros oder intelligente Stromzähler sind heute keine Besonderheit mehr. Doch die Reißbrettstadt Songdo in Südkorea, an der seit 2003 gebaut wird, geht noch viel weiter. Sie soll 2020 fertiggestellt und ein Musterbeispiel für eine ganzheitlich smarte Stadt werden. Für den Bau und den Betrieb der Planstadt gelten zertifizierte Umweltstandards. Neben umweltschonendem Verkehr und energiepositiven Gebäuden sind besonders die Versorgungssysteme interessant: Das pneumatische Abfallentsorgungsnetz befördert die Abfälle von jedem Einwurfspunkt aus mit Druckluft in ein Kraftwerk zur Biogasgewinnung.

    Schöne neue Welt?

    Es sind noch lange nicht alle Voraussetzungen erfüllt, um flächendeckend vernetzte und intelligente Städte zu realisieren. Bisher entwickelt jedes Land und jede Region eigene Lösungsansätze. Oft gibt es einen bunten Strauß einzelner Initiativen aber keine umfassenden Strategien oder einheitliche Standards.

    Die Stadt muss als Organismus über sich Bescheid wissen, um ihre Ressourcen optimal zu managen. Der enge Austausch zwischen den Behörden muss gesichert sein, z.B. um Verkehrslenkung und Straßenbaumaßnahmen abzustimmen. Technologien müssen vorhanden sein und Investitionen müssen genehmigt werden. Und auch der Faktor "Mensch" darf nicht vernachlässigt werden. Schließlich geht es am Ende um die Stadtbewohner.

    Die Idee der Smart City ist von Anfang eine Gratwanderung zwischen Privatsphäre, Versorgungssicherheit und wirtschaftlicher Effizienz. Wenn öffentliche Daten freigegeben werden, wird auch das Angebot intelligenter Lösungen auf Cloud- und Open-Data-Basis steigen. Neben wissenschaftlichen, technischen und regulatorischen Fragen steht deshalb die Frage nach dem Daten- bzw. Persönlichkeitsschutz ganz oben auf der Agenda.

    Für den Ausbau zur Smart City arbeiten Informatiker, Wirtschaftswissenschaftler, Elektrotechniker und Psychologen schon heute interdisziplinär zusammen. Erfolgsentscheidend wird sein, ob das Konzept den Bürgern einen wirklichen Mehrwert bietet und ob sie überzeugt dahinterstehen.

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