Mark Schulze, Leiter Prozessmanagement

Mark Schulze, Leiter Prozessmanagement

"Man sollte Chancen im Neuen sehen und Lust haben, diese aktiv zu nutzen."


Von Mark Schulze

Wie lange arbeitest du schon bei der KKH und in welcher Position beziehungsweise Rolle bist du tätig?

Ich bin seit über 20 Jahren Teil der KKH-Familie und aktuell in einer Doppelrolle unterwegs: Ich leite das Team Prozessmanagement und bin gleichzeitig Projektleiter für ein großes, bereichsübergreifendes IT-Projekt. Dadurch arbeite ich sowohl eng mit meinem Team als auch mit vielen anderen Bereichen im Unternehmen zusammen.

Wenn du auf euer IT-Großprojekt, die Umstellung des IT-Kernsystems, blickst: Welche Skills und Mindsets sind aus deiner Sicht entscheidend, um in solchen Projekten erfolgreich zu sein?

Für mich ist das Wichtigste, offen für Neues zu sein und sich auch bewusst von alten Arbeitsweisen lösen zu können. Gerade beim Wechsel von einer Eigenentwicklung zu einem Standardsystem war das ein großer Schritt: Früher konnten wir vieles individuell programmieren, heute geht es stärker darum, mit dem System zu arbeiten, es sinnvoll zu konfigurieren und sich von Sonderlösungen zu verabschieden.

Das klingt erstmal nach Einschränkung, ist es aber gar nicht. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell, dass es trotzdem viele Möglichkeiten gibt, Dinge aktiv mitzugestalten. Man programmiert zwar nicht mehr selbst, aber entscheidet sehr wohl, wie Prozesse im System abgebildet werden und in welche Richtung sich Lösungen entwickeln.

Wichtig sind aus meiner Sicht Neugier, Flexibilität und ein gewisser Pragmatismus. Es bringt nichts, das neue System so „hinzubiegen“, dass es sich wie das alte anfühlt. Man sollte Chancen im Neuen sehen und Lust haben, diese aktiv zu nutzen.

Inwiefern verändert die Umstellung auf das neue System die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT?

Die Umstellung auf ein stark standardisiertes System verändert die Zusammenarbeit spürbar. Während Anforderungen früher oft sehr individuell umgesetzt wurden, rückt heute stärker in den Fokus, wie fachliche Bedürfnisse innerhalb des Standards sinnvoll abgebildet werden können. Das erfordert einen engeren Austausch zwischen Fachbereichen und IT sowie ein gemeinsames Verständnis für Prozesse und Systemlogiken.

Dabei sind auch neue Rollen und Formen der Zusammenarbeit entstanden, die sich aktuell noch in einer Lernphase befinden. Das macht die Zusammenarbeit insgesamt strukturierter, aber auch deutlich interaktiver.

Gleichzeitig haben wir mit dem Systemwechsel eine wichtige Grundlage für die Zukunft geschaffen: Durch die Standardisierung können Prozesse klarer definiert, vereinheitlicht und perspektivisch stärker automatisiert werden. So entsteht nicht nur mehr Effizienz, sondern auch zusätzlicher Spielraum für die Weiterentwicklung unserer Abläufe.

Was treibt dich an, wenn ein Projekt besonders komplex oder herausfordernd ist?

Mich reizen gerade die komplexen Themen, alles andere wäre auf Dauer vielleicht auch zu langweilig. Bei der Systemumstellung zum Beispiel gab es viele Punkte, bei denen es keine fertigen Lösungen oder Anleitungen gab. Da musste man sich wirklich reindenken, die richtigen Ansprechpersonen finden und sich Wissen Stück für Stück erarbeiten.

Was ich besonders spannend finde, ist die Abwechslung im Alltag: Mal bin ich mit dem Team ganz tief in den Details unterwegs, im nächsten Moment geht es darum, Themen so aufzubereiten, dass sie auf Management-Ebene verständlich und entscheidbar sind. Dieser Wechsel zwischen Detailtiefe und „großem Ganzen“ macht es für mich aus.

Gleichzeitig braucht man in solchen Projekten auch Durchhaltevermögen. Erfolge kommen nicht jeden Tag, manchmal dauert es, bis man Fortschritte wirklich sieht. Umso wichtiger ist es, dranzubleiben, den Überblick zu behalten und das Team mitzunehmen. Genau diese Mischung aus Herausforderung, Verantwortung und Entwicklungsmöglichkeiten motiviert mich.

Worauf bist du in deinem Team oder in deinen Projekten besonders stolz?

Ich bin besonders stolz auf das Team, das sich im Projekt entwickelt hat. Es sind viele unterschiedliche Menschen zusammengekommen – interne und externe – die sich teilweise vorher gar nicht kannten.

Es ist uns gelungen, die jeweiligen Stärken gut zusammenzubringen und voneinander zu lernen. So ist Schritt für Schritt eine vertrauensvolle und sehr gut abgestimmte Zusammenarbeit gewachsen, in der man sich aufeinander verlassen kann und gemeinsam an einem Strang zieht. Viele Beteiligte konnten wertvolle Erfahrungen sammeln und gestärkt aus dem Projekt hervorgehen.

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