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Checkliste für Deine Gehaltsverhandlung

Diese 12 Faktoren bestimmen, was Du verdienen wirst

Von Deborah Liebig

 

 

Für IT-Berufseinsteiger kommen sehr viele Unternehmen und Branchen in Frage. Diese große Bandbreite spiegelt sich auch im Gehalt wider. Insgesamt haben gut ausgebildete IT-Experten beste Berufsaussichen und können überdurchschnittlich gut verdienen. Doch wieviel Du tatsächlich auf dem Konto haben wirst, hängt von mehreren Faktoren ab:

    1. Angebot und Nachfrage

    Die Situation auf dem Arbeitsmarkt steht in direkter Wechselwirkung mit den IT-Gehältern. Nach Boom-Zeiten wie der Dotcom-Blase ging das Gehalt von 2000 bis 2002 deutlich zurück. In den Jahren 2007 bis 2009 hat schließlich die Finanzkrise die neu ansteigenden Traumgehälter wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Die aktuellen Gehaltsaussichten für Fach- und Führungskräfte sehen dagegen gut aus. Während z.B. Diplominformatiker vor fünf Jahren im Schnitt 41.000 € verdient haben, können sie heute mit 45.000 € und mehr rechnen. Tendenz: steigend, aber mit überschaubarer Geschwindigkeit: In den letzten Jahren sind die IT-Gehälter durchschnittlich zwischen 2,3 % und 4,5 % gestiegen.

    2. Der Jobeinstieg

    Als Direkteinsteiger verdienst Du jährlich etwa 2.000 € mehr als ein Trainee im selben Unternehmensbereich. Auf der anderen Seite bereitet ein Traineeprogramm langfristig besser auf Führungsaufgaben vor. Das zu Anfang geringere Gehalt wird dadurch entschädigt. Auch wenn Du kein Hardcore-Informatiker bist, sondern ein Bindestrich-Studium wie z.B. Wirtschaftsinformatik absolviert hast, kann ein IT-Einstiegsprogramm spannend für Dich sein. Nicht nur die Entscheidung zwischen Training on und off the Job, sondern auch die Art des Programms beeinflusst Deine Verdienstmöglichkeiten. Du solltest Dir die Rahmenbedigungen also vorher genau anschauen.

    3. Die Branche

    Die Wahl eines bestimmten Wirtschaftszweigs wirkt sich ebenfalls auf Dein Einkommen aus. Hier gibt es teilweise sehr große Unterschiede. In manchen Branchen wird mehr Geld an die IT-Abteilung gezahlt, als an das übrige Personal. Hohe Gehälter erwarten Dich beispielsweise in der Maschinenbau- und Automobilindustrie sowie im Bereich Life Science. In der Forschung – egal ob Pharmaindustrie oder High Tech – werden Berufststartern durchschnittlich ca. 41.200 € gezahlt. IT-Experten Banken- und Versicherungswesen sowie im Consulting  starten mit 43.400 € bis 46.000 €. Sie können aber schon in den ersten Berufsjahren auf mehr als 50.000 € kommen. Von so einer steilen Gehaltskurve sind etwa Angestellte im öffentlichen Dienst weiter entfernt. Im Branchendurchschnitt der IT-Einstiegsgehälter liegt die Energiewirtschaft mit ca. 47.600 €. Dagegen können sich Absolventen in der Medienbranche mit durchschnittlich ca. 39.000 € keine goldene Nase verdienen. Und auch Touristik-Unternehmen befinden sich am unteren Rand der Gehaltsskala.

    4. Das Unternehmen

    Es gibt einen branchenunabhängigen Trend, der sich in einem Satz zusammenfassen lässt: Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto höher werden sie bezahlt. Das Spektrum der durchschnittlichen IT-Einstiegsgehälter reicht von 36.000 € bei Kleinstunternehmen mit max. 10 Mitarbeitern bis hin zu 48.500 € bei Großkonzernen mit über 5.000 Mitarbeitern. Size matters – auch beim Einstiegsgehalt. Das leuchtet zwar ein, sollte aber nicht dazu führen, dass Du Deine Wahl ausschließlich vom Personalumfang des Arbeitgebers abhängig machst. Denn auch die KMUs bieten interessante Möglichkeiten und gute Aufstiegschancen für IT-Absolventen.

    5. Der Job

    IT-Experten verdienen durchschnittlich besser als Angestellte aus anderen Fachbereichen. Doch nicht alle Tätigkeiten in der IT werden gleich gut bezahlt. Zu den Spitzenreitern der IT-Professionals gehören Mitarbeiter in der Forschung mit 48.700 €. Und auch IT-Berater haben mit einem Gehalt von 41.000 € gute AussichtenAnwendungsentwickler liegen mit ca. 44.200 € im oberen Mittelfeld der IT-Gehälter. Am Ende der Skala befinden sich Webdesigner, die häufig unter 40.000 € verdienen. Diese Zahlen geben eine ungefähre Orientierung, sind aber nicht das Nonplusultra. Denn es handelt sich hier um Durchschnittswerte.

    6. Der Vertrag

    Momentan fällt die langfristige Gehaltsentwicklung bei Unternehmen ohne Tarifbindung niedriger aus. Denn mit einer Gewerkschaft im Rücken bleibt das Einkommen stabiler gegen Konjunkturschwankungen. Doch von den ca. 983.000 Angestellten auf dem IT-Arbeitsmarkt haben nur etwa ein Viertel einen Tarifvertrag. Für die meisten ist deshalb ausschlaggebend, welche individuellen Bonusvereinbarungen bei den Jahresgesprächen getroffen werden. 

    7. Die Zusatzleistungen

    Das Jahreszielgehalt setzt sich bei den meisten IT-Experten aus einem Grundgehalt und der sogenannten variablen Vergütung zusammen. Dazu gehören z.B. ein 13. Gehalt, Prämien oder Urlaubsgeld. Manche Arbeitgeber bieten finanzielle Zusatzleistungen wie eine betriebliche Altersvorsorge an. Dein Gehalt kann aber auch in "Naturalien" aufgestockt werden. Beispielsweise durch bezahlte Weiterbildungen, Firmenhandy, Laptop oder Dienstwagen. Womit Du rechnen kannst, hängt sehr stark vom einzelnen Unternehmen ab. Generell gilt: Je weiter Du Dich hochgearbeitet hast, desto größer wird Dein Anteil an Zusatzleistungen. Er kann durchschnittlich von ca. 12 % auf 29 % und mehr steigen. Absolute Top-Verdiener sind IT-Manager in Großkonzernen. Mit ihren Bonuszahlungen kommen sie auf über 300.000 € im Jahr.

    8. Die Verantwortung

    Wer im Unternehmen mehr Verantwortung trägt, verdient dementsprechend mehr. Jobs mit Personalverantwortung werden in jeder Branche mit deutlich höheren Gehältern belohnt. Geschäftsführer und IT-Leiter sind hier erwartungsgemäß ganz vorne. Die Top-Verdiener erreichen ein sechsstelliges Einkommen. Dazu zählen auch IT-Consultants, die ebenfalls Leitungspositionen mit hoher Team- und Budgetverantwortung erreichen können.

    9. Die Berufserfahrung

    ...zahlt sich in jedem Fall aus. Im Schnitt steigt das Gehalt von IT-Experten schon nach den ersten zwei Jahren im Job deutlich an. Im Berufsvergleich liegen auch hier wieder die IT-Berater vorne. Anwendungsentwickler bewegen sich im Mittelfeld und der Anwendersupport bildet das Schlusslicht. Mit 10 Jahren Erfahrung reicht das durchschnittliche Einkommen über alle IT-Jobs hinweg von etwa 50.000 € bis hin zu 80.000 €. Die Gehaltsspanne erfahrener IT-Profis liegt also insgesamt auf hohem Niveau.

    10. Die Qualifikation

    Auf viele Punkte, die Dein Einstiegsgehalt bestimmen, hast Du keinen oder nur indirekten Einfluss. Deine Qualifikation gehört nicht dazu. Je höher z.B. Dein Abschluss ist, desto mehr Geld kannst Du beim Berufsstart erwarten. Das Diplom liegt hier im Vergleich noch vorne. Aber immer öfter wird der Master gleich gut – oder sogar besser – bezahlt. Die Studienreform ist mittlerweile bei den Arbeitgebern angekommen. Als Bachelor solltest Du zu Beginn mit etwa 2.000 € weniger Jahresgehalt rechnen. Durch Deinen Zeitvorsprung von zwei Jahren kannst Du diese Lücke aber gut aufholen. Auch die Art der Hochschule wirkt sich kaum auf das Gehalt aus. Unter'm Strich zählen Deine Fähigkeiten.

    11. Die Region

    Informatiker werden deutschlandweit gesucht. Im überregionalen Vergleich gibt es bei der Vergütung nur wenige Abweichungen. Baden-Württemberg liegt als Standort mit vielen Global Playern mit knapp 49.900€ Bruttojahresgehalt deutlich über dem Durchschnitt. Das Finanzzentrum Hessen ist mit 48.800 € auf Platz zwei. In anderen Gebieten, insbesondere im Osten, liegen die IT-Einstiegsgehälter eher unter dem Durchschnitt. Tendenziell hast Du also im Westen und Süden etwas bessere Chancen auf ein höheres Einkommen als im Norden und Osten Deutschlands.

    12. Dein Verhandlungsgeschick

    Last but not least kommt es auf Dich selbst an. Die eigene Verhandlungstaktik hat großen Einfluss auf das individuelle Einstiegsgehalt. Wer seinen Marktwert einschätzen kann, ist klar im Vorteil. Je besser Du informiert bist, desto souveräner kannst Du in der Gehaltsverhandlung auftreten. Also: Mach Dir ein Bild von den aktuellen Zahlen und Statistiken und tausche Dich mit IT-Experten aus, die schon im Berufsleben sind.

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