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Quereinstieg – make IT happen

Diese Möglichkeiten hast Du ohne Informatikstudium und Berufserfahrung

Von Jenny Tiesler

 

 

Saßt Du während der zurückliegenden Pandemie-Jahre in Kurzarbeit Zuhause und hast das Internet nach spannenden Stellen durchforstet? Dann wird Dir nicht entgangen sein, dass vor allem Menschen mit Informatikabschluss gesucht werden für Positionen die für Nicht-Eingeweihte so verheißungsvoll wie nebulös klingen wie Cloud Engineer oder Softwarearchitekt:innen. Und auf Seite der Unternehmen hat die Wirtschaftskrise dazu geführt, dass in sämtlichen Branchen von der Versicherung bis zum Einzelhandel Geschäftsprozesse mit Hochgeschwindigkeit digitalisiert werden. Gefühlt hat die Digitalisierung in den Pandemie-Jahren noch mal 100 Prozent zugelegt und sie durchdringt alle Lebensbereiche. Auch die Entwicklung hin zur Industrie 4.0 hat dafür gesorgt, dass in sämtlichen Branchen IT-Talente gebraucht werden. Viele Wirtschaftszweige suchen also gerade händeringend nach IT-Fachkräften. Klar, am liebsten hätten die Unternehmen hochkarätige Spezialist:innen mit jahrelanger Berufserfahrung. Die sind aber derzeit Mangelware und deshalb stehen die Chancen auch für Dich als Quereinsteiger:in gut.

Wir zeigen Dir, mit welchen Voraussetzungen Du als fachfremde Person in der IT Fuß fassen kannst. 

Warum ist die IT für Quereinsteiger:innen attraktiv?

Von der App-Entwicklung bis zum UX-Design bietet die IT die unterschiedlichsten Berufsbilder. Diese Vielfalt spricht also Menschen mit den verschiedensten beruflichen Hintergründen an. Natürlich locken auch die überdurchschnittlich hohen Einstiegsgehälter, und die Aussicht auf einen krisensicheren Job macht einen Jobwechsel in die IT für viele interessant. Einen besonderen Reiz üben die Innovationskraft und Schnelllebigkeit der IT-Branche aus. Start-ups initiierten einen Wandel in der Unternehmenskultur und modernen Arbeitsweisen. Lange vor der Corona-Pandemie war es in der Branche normal, in Teams zusammenzuarbeiten, die über das ganze Land verstreut remote arbeiten.

Diese Gründe sprechen für einen Quereinstieg in die IT:

  • Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist trotz Wirtschaftskrise sehr gut.

  • Die digitale Transformation betrifft die gesamte Gesellschaft, Projekte und Anwendungen mit Impact.

  • Die vielen Tech-Start-ups prägen eine moderne Unternehmenskultur und flexible Arbeitsmodelle (bis zum Digital Nomade).

  • Die IT ist bietet technologische Innovationen und entwickelt sich rasant.

  • Es locken hohe Einstiegsgehälter.

  • Auf dem Arbeitsmarkt gibt es 2022 im Vergleich zu anderen Branchen viele offene Stellen.

Die tatsächliche Fachkräftelücke ist sogar noch größer. Schließlich passt nicht jede arbeitssuchende IT-Fachkraft auf jede IT-Stelle. Im Gegenteil: Für viele Stellen werden echte Spezialist:innen gesucht. Dass die nicht zwangsläufig einen Informatik-Abschluss brauchen, erklären wir Dir im Laufe des Artikels.

Das Besondere an der IT-Branche ist ihre Qualitätsstruktur. Rund 86 % der Beschäftigten in der IT haben einen Hochschulabschluss. Hier sind Akademiker:innen also (fast) unter sich.

Für die gesuchtesten Berufe (Top 3)

  • IT-Security-Fachkräfte wie Pen Tester und IT-Security-Analystinnen

  • Anwendungsentwickler

  • IT-Architektinnen

musst Du in der Regel einen Informatik-Abschluss und Berufserfahrung mitbringen. Berufseinsteiger:innen mit einer Ausbildung sind verhältnismäßig weniger gefragt. Trotzdem braucht die Branche dringend kluge Köpfe, um ihrem Fachkräftemangel entgegenzusteuern. Während es in den USA oder auch in anderen europäischen Ländern genügt, Fähigkeiten "on the job" zu lernen, wird in Deutschland viel Wert auf Abschlüsse gelegt.

Wie sieht es aus, wenn Bewerber keinen Abschluss in Informatik, sondern in BWL, Politikwissenschaften oder Soziologie mitbringen? Spielst Du mit dem Gedanken in der IT Fuß zu fassen? Dann hast Du bestimmt auch schon zu hören bekommen, wie verdammt schwer es ist so ganz ohne Erfahrung und Qualifikation. Aber stimmt das wirklich?  

Knackpunkt Formalqualifikation

Als Quereinsteiger:in konkurrierst Du mit denjenigen, die einen Abschuss in Informatik haben und mit ihrem Unizeugnis ihre Qualifikation nachweisen können. 2020 waren das immerhin knapp 14.000 Menschen und aktuell studieren über 133.000 Menschen an deutschen Unis Informatik (die Abbruchquote mit 50 % ist allerdings relativ hoch). Dein Vorteil gegenüber den Studierenden ist, dass Du schon jetzt in den Job starten und die Fachkräftelücke etwas minimieren kannst.

Aber wie funktioniert das ohne IT-Erfahrung und Qualifikation? Und wenn Deine bisherige berufliche Laufbahn keine Schnittstellen mit Informationstechnologien aufweist? Obwohl viele Unternehmen angeben, sie seien offen für Quereinsteiger:innen, sind die Hürden für Fachfremde sehr hoch. Am einfachsten gelingt der Einstieg im IT-Support oder als Service-Desk-Mitarbeiter:in. Die Schnittstellenpositionen eignen sich gut, um überhaupt erstmal IT-Luft zu schnuppern und zu checken, ob Du Dir den Wechsel wirklich vorstellen kannst.

Nach wie vor sind schriftliche Nachweise von Qualifikationen und Wissen mindestens so wichtig wie Berufsbezeichnungen. Wenn Du also in Deinem Lebenslauf nicht dokumentieren kannst, dass Du Kenntnisse in Node.js hast, oder bereits in der Datenbankentwicklung gearbeitet hast, wird es schwer. Das heißt für Dich: Du musst Deine Fähigkeiten nachweisen.  

Studium vs. Weiterbildung

Während Dir mit einem Informatik-Bachelor oder einem spezialisierten Master z.B. in Cyber-Security unzählige Unternehmenstüren offenstehen, sieht es mit einem Abschluss in einer Geisteswissenschaft oder einer Berufsausbildung anders aus. Trotzdem kannst Du Dich mit einer gezielten Weiterbildung für den IT-Arbeitsmarkt qualifizieren. In einem reinen Informatikstudium wird Dir ein guter Überblick über sämtliche Fachbereiche vermittelt, in einer Weiterbildung kannst Du gezielt Dein Wissen in einen Bereich, z.B. DevOps oder Cloud Engineering aufbauen, in dem Du Spezialist:in wirst. Kurse, die Dich in wenigen Wochen zum Java-Developer machen sind nicht vergleichbar mit einem Universitätsstudium, dass trendunabhängige Grundlagen und Zusammenhänge vermittelt. Dennoch haben Weiterbildungen, Kurse und Bootcamps ihre Berechtigung. Und die boomen gerade besonders. Kein Wundern, sie eine Reaktion auf den großen Bedarf und die hochspezialisierte Nachfrage der Branche. Bootcamps und Co. vermitteln praxisorientiertes Spezialwissen. Etwas, das an Unis oft zu kurz kommt.

Verteilung der Fachkräfte in Berufsfeldern.

Quelle: Stepstone Arbeitsreport redaktionell bearbeitet durch get in IT. 

Ein Perspektivwechsel ist heute gar nicht so selten: Jede zweite Fachkraft hat schon mal in einem anderen Berufsfeld gearbeitet.

Wie beweist Du als Quereinsteiger:in Deine IT-Fähigkeiten?

Am besten eigenen sich Zertifikate und Kurse mit abschließendem Test, die belegen, welchen Kenntnisstand Du z.B. in der jeweiligen Programmiersprache hast. Oft sind diese Zertifikate relativ teuer. Aber es kann sich bei Deiner Bewerbung auszahlen, wenn Du Deinen Tech-Stack mit Zertifikaten von Microsoft, Cisco und Co. belegen kannst. Kostenlose Teilnahmezertifikate dagegen sind nicht besonders aussagekräftig, weil Du aktiv nichts geleistet und theoretisch keine Zeile Code geschrieben haben musst.

Klar, Du kannst auch Dein Github-Profil bei Deiner Bewerbung angeben, aber letztlich wissen die IT-Fachleute aus den Unternehmen nicht genau, ob Du den Code in Deinem Repository wirklich selbst entwickelt hast, oder Du “nur” ein Tutorial nachgebaut hast. Eine wesentlich bessere Möglichkeit, Deine Skills zu beweisen sind Open Source-Projekte. Allerspätestens im Vorstellungsgespräch werden Arbeitgeber herausfinden wollen, wie viel Praxiserfahrung Du hast und ob Deine IT-Fähigkeiten für die ausgeschriebene Stelle ausreichen.

Wenn Du nicht schon immer hobbymäßig nebenbei Apps entwickelt hast, sind Micro oder Nano Degrees eine gute Möglichkeit, um Dich berufsbegleitend fortzubilden. Einige Unternehmen bieten ihren Angestellten, die eigentlich keine IT-Schnittstellen haben, sogar solche Fortbildungen an. Wenn Du nicht das Glück hast, dass Dein Arbeitgeber Dir eine Weiterbildung sponsort, gibt es inzwischen auch die Option an staatlich anerkannten Hochschulen Nano Degrees z.B. im IT-Projektmanagment, UX oder Data Analytics absolvieren. Im anglo-amerikanischen Raum bietet Unis kostenlose Kurse an, die Du mit einem geringen Betrag mit einem Zertifikat abschließen kannst. Deine Python-Skills in Deinem CV mit einem kleinen, aber feinen Harvard-Zertifikat zu belegen, kann zumindest nicht schaden. 

Wirst Du durch Coding Bootcamps zur IT-Fachkraft?

Eine weitere Möglichkeit Dir zusätzliche IT-Qualifikationen draufzupacken – und zwar in sehr kurzer Zeit – sind Coding Camps. Sie versprechen Dir als Teilnehmende:r, innerhalb weniger Wochen zum Frontend-Profi oder SAP-Consultant zu werden. Was bringen diese IT-Ausbildung im Turbogang? Ob mit oder ohne Kooperation von großen IT-Unternehmen sind Programmier-Bootcamps für alle, die sich für einen Wechsel in einen IT-Beruf träumen, eine gute Möglichkeit, in kurzer Zeit Spezialwissen zu erlangen. Im Gegensatz zum Hochschulstudium wird Dir bei den mehrere Monaten dauernden Coding Camps oft deutlich praxisnäheres Wissen vermittelt. Und Du bist danach in der Lage, Dich selbstständig weiterzubilden. Modelle, wie die Camps inhaltlich strukturiert sind, gibt es so viele wie Anbieter – also jede Menge. Und auch die Preisstruktur schwangt. Je nach Anbieter kannst Du bis zu 10.000 € hinlegen. Startest Du Deine IT-Karriere aus der Arbeitslosigkeit heraus, kannst Du die kosten mit einem Bildungsgutschein abfedern.

Einige Coding Bootcamps sind für die Teilnehmenden kostenlos, denn sie finden in Kooperation mit großen Unternehmen statt. Am Ende dieser Camp-Varianten hast Du auch einen Job bei dem jeweiligen Kooperationspartner sicher. Nicht schlecht, oder? Bei anderen Programmier-Bootcamps fallen erst Kosten an, wenn Du einen Job in der IT gefunden hast und Dein Gehalt oberhalb einer gewissen Grenze liegt. Daneben gibt es unzählige kostenpflichtige Anbieter ohne Job-Garantie. 

IT und hypermotivierte Autodidakten

Keine Branche ist schnelllebiger als die IT. Selbst wenn Du einen IT-Studiengang abgeschlossen hast, wirst Du Dich Dein ganzes Berufsleben lang weiterbilden – eine Bereitschaft, die längst nicht jede:r mitbringt. Gerade als Quereinsteiger:in hast Du wahrscheinlich schon das ein oder andere Tutorial gemacht und Deine autodidaktischen Skills unter Beweis gestellt, wenn Du den Samstagabend über rekursiven Funktionen gebrütet hast. Diese intrinsische Motivation zum (lebenslangen) Lernen ist für viele Arbeitgeber ein großer Pluspunkt und Du solltest das als Vorteil bei Deiner Bewerbung für Dich nutzen. Generell bist Du in der IT gut aufgehoben, wenn Du Spaß am Lernen hat und nicht nur die nötige Begeisterung mitbringst, sondern auch weißt, wie Du Dir selbstständig Themen erarbeitest. Dafür musst Du keinen Informatikabschluss haben.

Gelingt Frauen der Quereinstieg besser?

Nicht nur wegen der vergleichsweise hohen Einstiegsgehälter, sondern auch flexible Arbeitszeitmodelle und z.B. die verbreitete Remote-Arbeit macht die IT für Frauen interessant. Quereinsteigerinnen punkten im Vergleich zu ihren männlichen Konkurrenten mit einer größeren sozialen Kompetenz. Für viele IT-Berufe sind strategisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und Fingerspitzengefühl wichtige Skills. Die bringen Frauen mit, auch wenn sie kein klassisches IT-Studium absolviert haben. In den seltensten Fällen scheitern IT-Projekte nämlich an technischen Problemen. Es sind fast immer Missverständnisse in der Kommunikation, Anforderungen, die nicht präzise formuliert wurden. Dennoch solltest Du Dich als Frau nicht in die Management-Ecke drängen lassen, nur weil Du eine Frau bist. Wenn Du lieber an Code tüftelst, solltest Du eine Karriere im Development fokussieren. 

Schau’ Dir an, welche Tipps Morpheus für Deinen erfolgreichen Quereinstieg in der IT hat.

Mach’ Dir klar, was Dein berufliches Ziel ist!

Wenn Du Dir in Zukunft einen Job in der IT-Welt vorstellen kannst, frag’ Dich nicht, welche Programmiersprache Du am besten lernen solltest, sondern mach’ Dir klar: Welches Problem möchtest Du lösen und welche Fähigkeiten bringst Du abseits der IT-Skills mit?

Die IT bietet unglaublich viele, sehr facettenreiche Jobs. Wenn Du eine Daten-Nerd bist und gerne im Data Science und Data Analytics-Bereich arbeiten willst, dann gibt es auch hier verschiedene Ausrichtungen. Bist Du jemand, der die Dateninfrastruktur entwickelt, sozusagen den Kochtopf, in den alle Daten hineingeworfen werden? Oder bist Du eher der Data Analyst, der aus der köchelnden Datenmenge ein Gericht zaubert? Oder der Data Scientist, der für die Würze sorgt? Auch Unternehmen ist nicht immer bewusst, welche unterschiedlichen Anforderungsprofile es gibt und dass die "eierlegende Wollmilchsau" einfach ein sehr, sehr seltenes Geschöpf ist.

Mit BWL-Background ist der Einstieg in die Business Analyse, das IT-Projektmanagement oder Consulting wesentlich einfacher als in die Anwendungsentwicklung. Wenn es aber doch Dein Traum ist, Applikationen zu schreiben, dann sammele so viel Praxiserfahrung wie möglich. Wenn Du keine Möglichkeit hast, an Projekten mitzuarbeiten, kannst Du ein Praktikum machen oder ehrenamtlich z.B. bei einem Social Start-up erste Erfahrung in der Programmierung sammeln, oder Dich erstmal auf Trainee-Stellen bewerben. Wenn Du es Dir zutraust, kannst Du auch als Freelancer:in starten und durch Projekte Deine Projektliste ausbauen

tl;dr:
  • Der Fachkräftemangel bietet für Quereinsteiger:innen die Chance auch ohne IT-Fachstudium in spannenden Berufsfelder wie das IT-Consulting oder Software Development durchzustarten.
  • Durch Bootcamps, Nano und Micro Degrees kannst Du Dir in kurzer Zeit praxisnahes Spezialwissen aneignen. In der IT kommt es daraus an, immer am Ball zu bleiben und sich ständig weiterzubilden.
  • Durch Bootcamps, Nano und Micro Degrees kannst Du Dir in kurzer Zeit praxisnahes Spezialwissen aneignen. In der IT kommt es daraus an, immer am Ball zu bleiben und sich ständig weiterzubilden.
  • Mach’ Dir klar, wohin Du möchtest und was Deine Fähigkeiten sind. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es in keiner Branche.
 

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