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Was macht ein Spieleentwickler?

Ich spring von Level zu Level!

Von Bylle Bauer

 

 

A good game is easy to learn but hard to master.

Daddeln ist toll, Spiele selbst entwickeln noch toller! Als Spieleentwickler oder Game Developer hast Du nicht nur einen coolen, sondern auch einen gut bezahlten Job mit Zukunft. Allein in Deutschland kommen jedes Jahr hunderte neue Spiele auf den Markt, die Gamescom 2019 in Köln hat 373.000 Besucher angezogen – die Spieleindustrie erzielt inzwischen höhere Umsätze als die Filmindustrie in Hollywood, und es ist kein Ende in Sicht!

Aber ein Kinderspiel ist Game Development nicht gerade. Genau wie bei anderen Entwicklerjobs sind hier Können, Kreativität, Geduld und Spucke gefragt!

Mini-Exkurs: Ein Videogame entsteht

Bevor wir uns anschauen, was Du als Game Developer bzw. Spieleprogrammierer so machst und verdienst, wollen wir kurz skizzieren, wie ein Videospiel entwickelt wird. Am Anfang steht die Idee, die vom Game Designer zum Konzept ausgearbeitet wird. Der kennt den Markt und weiß, was im Trend liegt. Ist die Finanzierung geklärt, beginnt die Produktionsphase, zu der parallel Maßnahmen wie Testing und Marketing ablaufen. Ist das alles durch, geht das Game live.

Als Game Developer bist Du mittendrin und unerlässlich für die Entstehung eines Videospiels.
Quelle: medium.com/@juan_88095

Du als Game Developer kommst in der Produktionsphase zum Einsatz, also schauen wir uns den Prozess etwas näher an: Zuerst ist der Game Designer am Zug. Ein andere Jobtitel dafür lautet auch: Level Designer. Er oder sie gestaltet die Levels, Charaktere und Missionen, entwickelt und beschreibt die Story und entwirft die virtuelle Umgebung, meist in Form eines Modells. Darin werden feste und bewegliche Elemente im Spiel und deren Aussehen bestimmt. Oft kommen hier auch Grafiker ins Spiel. Außerdem legen Game Designer fest, wie der Gamer mit dem Spiel interagiert. Sie kreieren das User Interface z.B. in der Ego-Perspektive oder in der Draufsicht.

Was sind Deine Aufgaben als Spieleentwickler?

Ob fürs Handy, den PC oder die Konsole: Als Spieleentwickler bist Du die Person, die dem Körper des entworfenen Spiels Leben einhaucht, die Entwürfe technisch umsetzt und so aus dem Konzept ein Produkt macht. Du programmierst die Vorgaben der Game Designer und lässt daraus die virtuelle Welt entstehen. Dafür setzt Du neben HTML, CSS und JavaScript (z.B. Three.js als crossbrowser Library für Grafiken) eine Programmiersprache wie C++, Java oder C# bzw. eine Skriptsprache wie Python oder Lua ein. Für die App-Game-Entwicklung auf iOS brauchst Du Objective-C oder Swift. Dein Code gibt dem Spiel die Mechanik und verleiht ihm die Interaktivität, die Gamer erwarten: Smooth und ohne Bugs, Glitches, Framerate-Einbrüche, logische Fehler oder Abstürze, die eine gelungene Illusion abrupt zerstören.

Weil Videospiele immer ausgefeilter werden, arbeitest Du oft mit Künstlicher Intelligenz, der Du antrainierst, wie sie sich in der Interaktion mit dem Spieler zu verhalten hat.

Ein weiterer essenzieller Bestandteil Deiner Arbeit sind Game Engines. Das sind spezielle Frameworks, die den Verlauf steuern und das Spiel visuell darstellen. Sie besitzen schon einige Entwicklertools – was darüber hinaus für Deinen individuellen Use Case benötigt wird, entwickelst Du selbst!

Im 3D-Bereich sind die bekanntesten Engines die Unity Engine (Pokémon GO), id Tech (Doom), die CryEngine (Prey), Frostbite (Battlefield 1, Star Wars: Battlefront) und die Unreal Engine (Gears of War 4). Manche Game Developer arbeiten auch mit eigenentwickelten Engines. Das ist eines der Gebiete, in die Du Dich als Game Developer vertiefen kannst. Gehst Du mehr in Richtung grafische Programmierung, wirst Du oft mit Virtual und Augmented Reality in Berührung kommen. Hier besteht Deine Herausforderung darin, ein perfektes immersives Erlebnis zu schaffen. Immersion bezeichnet den Punkt, an dem die virtuelle Umgebung vom Spieler subjektiv als Realität wahrgenommen wird und das Bewusstsein über die Illusion in den Hintergrund tritt.

Um das zu erreichen, sitzt Du bei Deiner Arbeit nicht in einem Silo, sondern arbeitest im Team. Oft hat jeder Deiner Mates einen eigenen Spezialbereich, wie z.B. Modellierung, Grafik, Animation oder Sound. Die enge Kooperation mit dem Game Design ist wichtig, um sich über Machbarkeiten und Details auszutauschen. Angedockt ist das Marketing und vielleicht auch ein Projektmanager, der bis zum Go-Live den Hut für das Spiel trägt. Kurz: There is no “I” in Game Development – Teamwork ist bei der Spieleentwicklung erfolgsentscheidend.

Wo kannst Du als Game Developer arbeiten?

Erst seit kurzem kann man den Beruf “Spieleentwickler” an manchen Hochschulen und einigen (teuren) Privatschulen studieren. Ein anerkannter Weg ist der über die “normale” Software- bzw. Anwendungsentwicklung. Da hast Du alle Basic-Skills zusammen und kannst Dich mit verhältnismäßig wenig Aufwand im nächsten Schritt auf Games spezialisieren. Viele Spieleentwickler sind Informatik- oder Mathematik-Absolventen, die sich die Branche z.B. über Praktika erschließen.

Neben den großen Playern wie Sony oder Nintendo, Rockstar und 2K Games findest Du auch im einheimischen Indie-Bereich coole und kreative Entwicklerstudios wie Picroma, Black Forest Games oder Overhype Studios, die immer wieder Ausschau nach neuen IT-Talenten halten. Umsatz-Spitzenreiter unter den deutschen Entwickler-Studios sind InnoGames und Goodgame Studios. Mit über 600 Mitarbeitern ist Ubisoft der größte Arbeitgeber der Branche in Deutschland. Zum erfolgreichen Mainstream etabliert haben sich außerdem u.a. Gameforge (mit Schwerpunkt auf browserbasierten Online-Games), Crytek (bekannt für seine weltweit lizenzierte CryEngine) und Wooga (spezialisiert auf Social Network und Casual Games für mobile Endgeräte) mit jeweils 200-400 Mitarbeitern.

Wie Du Dir sicher denken kannst, sind Jobs in der Games-Industrie heiß begehrt. Die besten Chancen hast Du tatsächlich, wenn Du schon ein bisschen Erfahrung aufweisen kannst. Diese muss nicht zwingend aus dem beruflichen Umfeld kommen. Das Wissen über Game Development, das Du Dir privat aneignest, ist ebenfalls hilfreich. Der Einstieg in die mobile Spieleentwicklung ist vergleichsweise einfach, da es hierfür mittlerweile eigene Apps und natürlich auch jede Menge Tutorials, z.B. rund um Android, gibt. Also: Programmier drauf los, lerne und hab Spaß dabei!

Worauf kannst Du Dich in der Spieleentwicklung spezialisieren?

Die Spieleentwicklung hat viele Teilbereiche, für die Du zum Experten werden kannst. Neben der Programmierung der Spielvorgaben aus dem Game Design kannst Du zum Beispiel Spieletester oder, wie bereits erwähnt, Engine-Entwickler werden, indem Du für das Dev-Team genau die Engine baust, mit der das geplante Spiel am besten realisiert werden kann.

Apropos Engines: Viele Unternehmen suchen explizit nach Spieleentwicklern für eine bestimmte Engine – eben die, die dort genutzt wird. Am besten, Du schaust Dir alle Frameworks an und spezialisiert Dich frühzeitig auf die Entwicklungsumgebung, die Dir am besten liegt.

Auch als Data Scientist kannst Du in der Games-Branche Fuß fassen. Du unterstützt das Game Development, indem Du Algorithmen und Modelle entwickelst oder Daten untersuchst und visualisierst. Dafür solltest Du fit in Statistik und Machine Learning sein.

Als Grafikprogrammierer kannst Du die Grafik-Engine für ein Spiel entwickeln. Als Teil der Spiele-Engine ist sie für die visuelle Darstellung und Umsetzung des Games zuständig. Für die Kreation von Virtueller Realität ist die 3D-Engine Standard. Hier sind Techniken wie 3D-Rendering von Bedeutung, um eine atemberaubende User Experience zu erschaffen.

Damit Online-Spieler miteinander interagieren können, braucht es Netzwerkprogrammierer. Deine von mehreren Computern gleichzeitig ausführbaren Programme sorgen für unzählige Stunden gemeinschaftlichen Abtauchens in virtuelle Welten. Hier solltest Du fit in den Protokollen TCP und UDP sein.

Beim Thema Spezialisierung nicht zu vergessen: Das Spiel selbst! So kannst Du zum Experten für Browser- oder Mobile Games, Konsolenspiele, Arcade Games und einigem mehr werden:

  • Adventure Games und Action Adventures
  • Arcade und Retro Games, z.B. Jump 'n' Run, Beat Them Up, Racer oder Geschicklichkeitsspiele
  • Managementspiele und Simulationen, vom virtuellen Farming bis zur Leitung von Krankenhäusern, Fußballvereinen und Zoos
  • Rollenspiele und MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role Playing Games)
  • Shooter – egal ob Ego, Third Person oder Taktik – das wohl beliebteste und am meisten diskutierte Genre der Spieleindustrie
  • Sportspiele mit einem digitalen Pendant für jede erdenkliche Sportart, vom minimalistischen Videospiel-Klassiker Pong bis zur Hightech von Wii und Kinect
  • Rundenbasierte oder realtime Strategiespiele, darunter fallen auch die populären Multiplayer Online Battle Arena (MOBA) Games

Bist Du ein Spieleentwickler?

Deine Daumen sehen aus wie die Oberarme von Popeye? Das Wochenende durchzocken ist für Dich Standard? Sorry, aber ein enthusiastischer Gamer zu sein, reicht nicht. Wenn Du technologisch begabt bist und nicht nur die Benutzeroberfläche der Games spannend findest, hast Du schon mal gute Grundvoraussetzungen, Dein Hobby zu Deinem Beruf zu machen. Eine Schwäche für Informatik und Mathe kannst Du vermutlich auch vorweisen, wenn Du diesen Text hier liest.

Voraussetzung Nummer 1 für Deine Karriere als Spieleentwickler ist eine gewisse Liebe zum Gamen. Der Rest besteht aus handfesten Hardskills.

Mit einer Programmiersprache wie C++ oder Java bist Du gut aufgestellt, wobei viele Spiele inzwischen mit einfacheren Skriptsprachen wie Python oder Lua gecodet werden. Wichtig ist, dass Du ein breites Basiswissen in der Anwendungsentwicklung mitbringst und den interdisziplinären Austausch sehr begrüßt. Damit dieser effektiv vonstatten geht, benötigst Du ein gewisses Talent für und Freude an interdisziplinärer Kommunikation. Idealerweise auf Englisch, denn die richtig guten Entwicklerteams werden international zusammengestellt.

Die meisten Games werden heute agil entwickelt. Du solltest Dich also nicht nur theoretisch mit Scrum beschäftigen, sondern auch mit der Frage, ob Dir diese Art, zu arbeiten, liegt. Kurze Entwicklungszyklen, ständiges Testing und kontinuierliche Prozessverbesserungen führen hier dazu, dass Euer Game schnell den Markt erobern kann.

Zu guter Letzt schadet es nicht, wenn Du eine ordentliche Portion Allgemeinwissen, besonders über die moderne Popkultur, mitbringst. Wenn Du beliebte Spiele und Filme sowie den Markt kennst, kannst Du entscheidende Verbesserungen zum Entwicklungsprozess beitragen. Aber als Gamer bleibt dieses Knowhow vermutlich nur schwer aus. ;-)

Was kannst Du als Spieleentwickler verdienen?

Dein Gehalt als Game Developer hängt stark davon ab, wo Du arbeitest – zum einen macht es einen Unterschied, ob Du für Microsofts Xbox Spiele entwickelst oder für ein ambitioniertes kleines Startup, zum anderen lassen sich in urbanen Ballungszentren und Großstädten meist höhere Löhne einstreichen als auf dem Land.

Dein Abschluss bestimmt ebenso wie Deine Berufserfahrung darüber mit, was Du verdienen kannst. Dein Einstiegsgehalt als Junior Spieleentwickler kann im Startup zwischen 35.300 und 43.800 Euro liegen, im Großkonzern sieht das mit einer Spanne zwischen 43.700 und 54.300 Euro schon anders aus. Dein Durchschnittsgehalt als Professional Game Developer mit Masterabschluss liegt bei 47.250 Euro. Als Senior kannst Du 60.000 Euro oder mehr pro Jahr verdienen. Je nachdem, wie gut Du bist, sind Deinem Gehalt als Endboss keine Grenzen mehr gesetzt.
tl;dr:
  • Als Spieleentwickler musst Du mehr vorweisen als Deinen zuletzt geknackten Highscore. Game Developer sind meist in interdisziplinären, internationalen und agilen Teams unterwegs.
  • Du setzt die Vorgaben und Entwürfe des Game Designs technisch um, indem Du sie in Code überträgst.
  • Dabei hilfreich: Kenntnisse in C++, Java, Python oder Lua und im Umgang mit einer Game Engine wie z.B. Unity oder der Unreal Engine.
 

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