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E-Learning für IT-Profis

Wie bleibst Du am Ball, wenn die Unis geschlossen sind?

Von Annika Schneider

 

 

Vom Normalbetrieb sind die Hochschulen immer noch weit entfernt – viele Lehrveranstaltungen finden mittlerweile digital statt, ohne dass dabei eine bundesweit einheitliche Linie gibt. So bastelt jedes Bundesland an eigenen Lösungen. Bis die Bibliotheken und Unis wieder ihre Tore öffnen, musst Du aufs Lernen aber nicht verzichten: Mit E-Learning kannst Du die Ausnahmesituation sinnvoll nutzen, um Deine IT-Skills auszubauen. Denn das Programmieren kommt im Informatikstudium häufig zu kurz. Das Angebot der Online-Webinare und -Schulungen war auch schon vor Corona riesig und reicht von Basics in der Webentwicklung und SEO-Hacks bis hin zu Machine Learning Methoden.

Im Dschungel der virtuellen IT-Kurse den richtigen zu finden, ist gar nicht so einfach. Wir stellen Dir die hilfreichsten Plattformen vor, die Du jetzt für Deine Weiterbildung nutzen kannst – und ac.

Die Allrounderin: Udemy

Über 100.000 Online-Kurse findest Du bei Udemy – und das in über 50 Sprachen. Du kannst zum Beispiel in 30 Tagen zum Linux-Admin werden oder in 8 Stunden lernen, wie Du mit dem Hacking-Tool Nmap Schwachstellen in Netzwerken aufdeckst. Es gibt Kurse in allen gängigen Programmiersprachen für Anfänger und Fortgeschrittene. Du kannst Dich aber auch in den Bereichen Data Science, Game Design, Software-Testing oder Hardware weiterbilden.

Wenn Du die Unipause lieber nutzen willst, um an Deinen Softskills zu feilen, hilft Dir die Plattform mit ihrem breiten Angebot ebenfalls weiter. Viele Unternehmen arbeiten inzwischen agil mit Methoden wie Scrum – in 6 Stunden lernst Du, was sich dahinter verbirgt. Auch zu betriebswirtschaftlichen Themen wie Projektmanagement, Vertrieb und Unternehmensberatung findest Du Kurse. Falls Du schon einen konkreten IT-Beruf oder eine bestimmte Branche für Deinen Einstieg ins Auge gefasst hast, kannst Du Dich also schon jetzt gezielt darauf vorbereiten, an welchen Schnittstellen Du im Unternehmen arbeiten wirst. Ein grundsätzliches Verständnis für die Business Perspektive und das "Big Picture" wird Dir beim IT-Berufseinstieg einen echten Vorteil verschaffen.

Manche Kurse gibt es schon für 13 €, andere sind deutlich teurer. Dank zehntausender Bewertungen kannst Du schnell sehen, welche Angebote ihr Geld wert sind.

Die Akademische: Coursera

Princeton, Stanford, Yale: Diese Elite-Unis würdest Du gerne im Lebenslauf erwähnen? Das geht auch ohne Auslandssemester. Auf der Online-Plattform Coursera bieten fast 200 Hochschulen und Institutionen digitale Seminare an. Gegründet haben das Portal zwei US-amerikanische Informatik-Professoren, entsprechend groß ist das IT-Angebot bei Coursera: Zu fast allen Themen rund um Informatik, Datenverarbeitung und Informationstechnologien gibt es Online-Klassen nach dem MOOC-Prinzip. Sie werden hauptsächlich in englischer Sprache angeboten. Untertitel sind in mehreren Sprachen verfügbar.

Neben kompletten Bachelor- und Masterprogrammen findest Du auch einzelne Kurse zu Anwendungsentwicklung, Algorithmen, Computersicherheit, Webdesign, Cloud Computing und vielem mehr. Von der einstündigen Einführung in SQL bis zur 20-stündigen Kryptowährungs-Class ist alles dabei. Die Teilnahme an den meisten Kursen ist kostenlos. Bezahlen musst Du nur, wenn Du nach dem erfolgreichen Abschluss ein Zertifikat erhalten möchtest.

Auch Coursera kannst Du natürlich nutzen, um Deine Skills abseits von IT-Themen weiter auszubauen. Du kannst zum Beispiel Dein Business English perfektionieren oder in ganz neue Sprachen

Was ist eigentlich MOOC?

Die Abkürzung MOOC steht für Massive Open Online Course – gemeint ist ein kostenloser, frei zugänglicher E-Learning-Kurs. Ein MOOC besteht in der Regel aus Lernvideos und ergänzendem Material, aber auch Foren, in denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer parallel zum Kurs austauschen können.

Die DIY-Lehrerin: YouTube

Nicht ganz so professionell, aber dafür kostenlos und breit aufgestellt ist die allseits bekannte Plattform YouTube. Die Mutter aller Video-Portale. Neben hunderttausenden Katzenvideos und Let's Plays gibt es auch hier wertvollen E-Learning-Content. Einer der Platzhirsche und Allrounder im Bereich Coding ist Morpheus, der eigentlich Cedric Mössner heißt. Seinen Kanal The Morpheus Tutorials betreibt er schon fast ein Jahrzehnt. Er hat inzwischen schon über 2.000 deutschsprachige Videos rund um Programmiersprachen, IT-Sicherheit, Netzwerktechnik & Co. hochgeladen. Von theoretischer Informatik bis zu praktischer Softwareentwicklung und Webdevelopment ist alles dabei.

Zum Thema Game Development sind die englischen Videos von Brackeys eine gute Anlaufstelle. Wenn Du auf der Suche nach kurzen, intensiven Inputs bist und auch mal die Perspektive wechseln möchtest – z.B. vom Wissenschaftler zum Philosophen – bist Du bei den TEDx-Talks richtig. In diesem Format erklären Fachleute aus der ganzen Welt eine These in nur einer Viertelstunde – und das meistens ziemlich unterhaltsam. Es gibt zum Beispiel TEDx-Talks zur Frage, wie Algorithmen unsere Welt formen oder wie Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert.

Wofür steht TED?

Die Abkürzung steht für Technology, Entertainment, Design. Ursprünglich handelt es sich um eine jährliche Innovations-Konferenz aus Kalifornien, die bis heute in ihrer klassischen Form existiert – auf der Bühne, vor Publikum. Jeder Vortragende hat maximal 18 Minuten Zeit, seine Idee individuell und einprägsam zu präsentieren. Unter den Speakern sind Wissenschaftler, Unternehmer, Aktivisten, Designer und Künstler. Die besten Vorträge werden als Videos kostenlos ins Netz gestellt. Die mittlerweile weltweit und unabhängig organisierten Ableger der TED-Konferenzen nennen sich TEDx.

Die Exklusive: openHPI

Ein kleines, aber feines E-Learning-Angebot speziell für IT-Interessierte bietet das Hasso Plattner Institut. Die Inhalte bei openHPI sind Deutsch oder Englisch. Manche richten sich an IT-Neulinge, andere gezielt an Informatik-Studierende.

Objektorientierte Programmierung in Java, Maschinelles Lernen, Design Thinking und Patentrecht sind nur einige der Themen, zu denen Du Dich weiterbilden kannst. Du kannst auch lernen, wie Du mit Ruby programmierst oder Knowledge Graphs erstellst.

Viele Lernvideos kannst Du ohne Anmeldung ansehen. Oder Du schreibst Dich für einen der interaktiven Kurse ein – ebenfalls kostenlos. Dann bekommst Du auch Hausaufgaben gestellt und kannst an Selbsttests teilnehmen. Dafür solltest Du drei bis 6 Stunden pro Woche einplanen. Eine Teilnahmebestätigung bekommst Du auf jeden Fall. Für 60 € kannst Du außerdem eine Abschlussprüfung ablegen und erhältst ein Zertifikat.

Wie Du Dich für den richtigen Kurs entscheidest

Die Auswahl von E-Learning-Kursen für IT-Profis ist also riesig! Wie wählst Du da das richtige Angebot? Wenn Du schon weißt, welche Branche oder welcher Beruf für Dich in Frage kommt, lohnt es sich, einen Blick in die für Dich spannenden IT-Stellenanzeigen zu werfen. Dort siehst Du, welche Skills sich hier wiederholen und welche Du mit hoher Wahrscheinlichkeit später im Job brauchen wirst.

Um die passende Online-Class auszuwählen, kannst Du Dich an vier Kriterien orientieren:

  • Wie viel willst Du ausgeben? E-Learning-Kurse können sehr teuer sein. Aber wenn Du ein bisschen Zeit in die Suche investierst, findest Du in vielen Fällen kostenlose Alternativen.

  • Wer veranstaltet den Kurs? Renommierte Hochschulen bieten in der Regel hochwertige Online-Kurse. Bei privaten Anbietern wirf am besten einen Blick auf die Bewertungen und in das kostenlose Material, bevor Du hier Geld ausgibst.

  • Wie viel Zeit hast Du? Interaktive Kurse, die über mehrere Wochen gehen, machen nur dann Sinn, wenn Du regelmäßig ein paar Stunden investieren kannst – der Aufwand kann ähnlich groß sein wie bei einem Deiner Hochschul-Seminare.

  • Wie willst Du den Kurs nutzen? Wenn Du bei der nächsten Bewerbung nachweisen willst, dass Du Dich schon mal mit Projektmanagement auseinandergesetzt hast, macht ein Zertifikat Sinn. Dass Du eine neue Programmiersprache gelernt hast, zeigst Du hingegen eher bei einer Probeaufgabe als mit einer Teilnahmebestätigung.

Weitere E-Learning Plattformen für Informatiker, auf denen Du kostenlos lernen kannst

freeCodeCamp

Seit 2014 gibt es hier Kurse zu NodeJS, MongoDB und AngularJS auf Englisch. Die kostenlosen Kurse sollen am Anfang über 800 Stunden Material umfasst haben. Seit dem wächst die Plattform und die Community von freeCodeCamp.
Klar, auf Youtube gibt es so ziemlich alles, aber... die Videos aus dem Bereich E-Learning werden nicht nur zahlreicher, sondern auch besser. Ambitionierte Kanäle bauen sich zudem eine Community auf, in der Du mit anderen Fachsimpeln kannst.
Die Internet-Bildungsplattform des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts ist kostenlos und bietet interaktive Online-Kurse. Du kannst alle Materialien online abrufen, egal vom Tablet, Smartphone oder Laptop.

Khan Academy

Nicht nur für Informatiker, aber generelle ein große Auswahl an kostenlosen Online-Kursen zu den Themen: Computer programming, Computer science, AP®︎ Computer Science Principles, Hour of Code und Computer animation. Zusätzlich kannst Du bei der Khan Academy Deine Mathekenntnisse ausbauen oder auffrischen.

codecademy

Für Quereinsteiger zum Reinfuchsen interessant. Hier gibt es JavaScript, HTML und CSS Kurse auf Einsteigerniveau. Das Angebot von codecademy ist kostenlos und auf Englisch.
Experten für IT-Sicherheit sind gefragt. Dementsprechend hast Du in so gut wie allen Branchen die Chance als IT-Sicherheitsberater Fuß zu fassen. Gerade Banken, Behörden oder Großunternehmen verwalten riesige Mengen hochsensibler Daten.Diese gilt es zu schützen. Während Du bei größeren Unternehmen und Institutionen die Chance hast, dich auf ein bestimmtes Gebiet der IT-Sicherheit zu spezialisieren, agierst Du in mittelständischen oder kleineren Unternehmen eher als Generalist.
tl;dr:
  • E-Learning-Angebote gibt es für sämtliche Themenbereiche aus Coding, IT, Hardware, Software, Netzwerk-Administration, Cybersecurity, Webdesign…
  • YouTube bietet eine riesige Auswahl an Tutorials, auf Plattformen wie Coursera oder Udemy kannst Du aber auch mehrwöchige Online-Kurse belegen.
  • Viele Kurse sind kostenlos oder relativ günstig, für ein Abschlusszertifikat musst Du manchmal zahlen.
 

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