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Charlotte Wüchner, Projektleiterin

Charlotte Wüchner

"Ehrlich gesagt habe ich hier genau meinen Traumberuf gefunden."

Von Charlotte Wüchner

 

 

Charlotte Wüchner studierte Informatik mit Nebenfach Philosophie in Ulm, ist seit 2007 bei der ESG Elektroniksystem- und Logistik GmbH und aktuell als Projektleiterin im Bereich Hubschrauber- & Sondersysteme tätig.

Frau Wüchner, was fasziniert Sie persönlich an der Informatik?

Als IT-Sicherheitsberater ist es Deine Aufgabe, wertvolle Daten Deines Unternehmens und seiner Kunden zu schützen. Als unternehmensinterner Mitarbeiter oder externer Dienstleister stellst Du Dich digitalen Gefahren wie Viren, Cybervandalismus, also dem Löschen oder Verändern von Dateien, oder Wirtschaftsspionage. Gerade in Zeiten, in denen Unternehmen mobile Endgeräte und Cloud-Lösungen intensiv nutzen, wird das Schützen großer Datenmengen, die jederzeit abgerufen werden können und müssen, immer komplexer und kritischer.

Welche Aufgabe nehmen Sie derzeit bei der ESG wahr?

Ich koordiniere und steuere das Softwareteam der Missionssysteme für Hubschrauber und bin dort für Themen wie die Kameraintegration sowie für Tests, Verifikation und Trainings für die Kunden verantwortlich.

Das ist eine eher leitende Position. Wie viel Programmieren steckt aktuell noch in Ihrem Arbeitsalltag?

Tatsächlich programmiere ich persönlich nicht mehr, jedoch ist es für mich sehr wichtig das Verständnis für Software und Programmierung zu haben, damit ich planen und die Ergebnisse jederzeit überprüfen kann. Das IT-Fachwissen ist also enorm wichtig und für meine tagtägliche Arbeit absolut unerlässlich.

Als Projektleitung im IT-Bereich haben Sie nun durchaus auch eine Vorbildfunktion inne. Hatten Sie selbst ein persönliches Vorbild?

Im Bereich Informatik hatte ich weder ein weibliches noch männliches Vorbild. Als ich noch zur Grundschule ging, war mein Vorbild meine Schwester, die bei ihrer Abiturfeier für besondere Leistungen ausgezeichnet wurde. Da wusste ich, dass ich das auch anstreben werde.

Ihren Berufseinstieg haben Sie in der Automobilbranche gemacht. Inzwischen sind Sie im Luftfahrtumfeld – wie kam es zu diesem Wechsel?

Genau, angefangen habe ich bei ESG im Automobilbereich beim Kunden BMW. Dann habe ich die Möglichkeit bekommen, bei einem Projekt im Luftfahrtumfeld mitzuwirken. Erst war ich für das Anforderungsmanagement zuständig, später wurde ich voll in das gesamte Projekt integriert. Tatsächlich war ich dann noch einmal als Projektleiterin im Automotive Bereich und konnte auch in dieser Rolle viele Erfahrungen sammeln. Ich bin dann schließlich wieder in den Luftfahrtbereich gewechselt, da es mir große Freude bereitet, direkt mit dem Endkunden in Kontakt zu stehen und das Produkt mitzugestalten. Außerdem finde ich die lösungsorientierte Arbeitsatmosphäre bei ESG Defence + Public Security sehr gut.

Welcher Herausforderung muss sich die Luftfahrt aktuell besonders stellen?

Die Luftfahrt hat immer wieder Probleme mit Software, da es nicht möglich ist, die Ausfallsicherheit oder Fehlerfreiheit von Software zu berechnen. So können Fortschritte in der Softwareentwicklung allgemein nicht genutzt werden, da es zu aufwendig wäre, sie zu zertifizieren. Der mögliche Lösungsraum ist kleiner, als er sein müsste. Eine große Herausforderung ist daher, Software effizient zuzulassen. Spannend wird künftig auch sein, wie sich die Zulassung unbemannter Flugzeuge gestalten lässt.

Wie läuft ein Projekt bei Ihnen typischerweise ab?

Wir versuchen auf Messen und in Informationsveranstaltungen möglichst vielen Kunden unser System vorzustellen und zu zeigen, was heute mit Augmented Reality und integrierter Gerätesteuerung möglich ist. Wenn es dann eine öffentliche Ausschreibung gibt, analysieren wir, wie das Endsystem mit allen Anforderungen aussehen sollte. Wir erstellen das Systemdesign mit entsprechenden Arbeitspaketen und geben dem Kunden letztlich das Angebot mit der Systembeschreibung.

Wenn wir dann den Zuschlag beim Ausschreibungsverfahren erhalten, setzen wir uns mit dem Kunden zusammen und besprechen weitere Details.

Gibt es ein Traumprojekt, das Sie reizen würde?

Ehrlich gesagt habe ich hier genau meinen Traumberuf gefunden. Ich könnte mir aber vorstellen, einmal in einem NGOProjekt mitzuwirken und mein Wissen einzubringen, um Probleme auf der Welt zu lösen und andere zur Selbsthilfe zu befähigen. Sehr interessant fände ich auch ein Forschungsgebiet zu Antikorruptionssystemen und der Schaffung solcher.

Welche „Technical Skills“ müssen Informatiker für die ESG mitbringen und was dürfen sie im Gegenzug erwarten? 

Ich würde sagen, „den einen Informatiker“ gibt es nicht, sondern viele verschiedene Ausrichtungen. Es ist wichtig, dass man sich erst in die Software-Architektur einarbeitet, was meistens ein hoher Aufwand ist. Teamfähigkeit ist außerdem sehr relevant, da man nie allein, sondern immer in einer Gruppe an einem Projekt arbeitet. Essenziell ist auch logisches Strukturierungsvermögen. Mathematische Fähigkeiten sind nicht immer erforderlich, aber oft in der Bildverarbeitung oder an bestimmten Schnittstellen wichtig.

 

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