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Medien und Internet – eine Branche, tausend Chancen

Das erwartet Dich, wenn Du als IT’ler:in "was mit digitalen Medien" machst

Von Bylle Bauer

 

 

Online-Magazine und -Verlage, die Musik- und Filmindustrie, Podcast Producers, Platform Providers, Softwarefirmen und Spielehersteller – die Medienbranche ist groß, bunt und spannend. Kein Wunder, dass es viele Menschen nach dem Studium dort hinzieht!

Im Gegensatz zu den klassischen Medien wie Radio und Fernsehen spielen sich die neuen Medien vor allem im Internet ab – von der Idee über die Produktion bis zur Verbreitung nehmen Technologien dabei eine essenzielle Rolle ein. Entsprechend hält der Bereich “Medien und Internet” vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten für Dich als IT’ler:in bereit, von denen wir uns einige hier mal etwas genauer anschauen! 

Was kommt auf Dich zu?

Massen von Medien!

Du kennst es vielleicht von den spirituellen Séancen Deiner Tante: Ein Medium versteht sich auf Vermittlung. Auch jenseits der Geisterwelt dient ein Medium per Definition der Weitergabe von Information, geläufiger ist es uns jedoch im Plural: (Massen-)Medien durchdringen unseren Alltag tief und erscheinen uns auf verschiedene Weisen – als Text, Foto, Audio oder Video, als Software oder Website, im Fernsehen, im Radio und im Internet. Diese digitalen Medien sind für uns interessant.

Zurecht: Im Jahr 2021 hatten 91 Prozent der Deutschen Internet. Zehn Jahre zuvor waren es knapp 75 Prozent, 2001 gar nur 37. Bei einem solchen Wachstum verwundert es nicht, dass viele moderne Medien inzwischen vorwiegend oder zumindest teilweise im Internet stattfinden. Während die klassischen Medien wie Fernseh- und Radiosender sich dort mit ihrer Online-Präsenz ein zweites Standbein aufgebaut haben, starten viele neue Medien komplett ohne analoge Versionen ihres Produkts.

Durch die enge Verbindung moderner Medien mit dem Internet kannst Du als Informatik-Student:in in allen möglichen IT-Berufen und auf einem wirklich breiten Feld durchstarten. In dem nach zwei Jahrzehnten Web 2.0 immer noch recht frischen Zweig ist ein Quereinstieg aus einer beliebigen Informatik-Richtung eher die Regel als die Ausnahme, aber inzwischen kannst Du Deine beruflichen Segel auch direkt durch Dein Studium auf die Branche “Medien und Internet” setzen. Diese ist an vielen Stellen nur schwer gegenüber anderen Branchen abzugrenzen, also picken wir uns einfach mal ein paar griffige Bereiche heraus, die für Dich als IT’ler:in relevant sein könnten!

Wo kannst Du arbeiten?

Medienproduktion

Jeder tolle Artikel, jeder Charts-Hit, jeder Blockbuster startet mit einer Idee. Die Umsetzung übernimmt jedoch oft nicht dieselbe Person, die sich den Volltreffer auch ausgedacht hat, sondern ein ganzes Team von Menschen. In vielen Fällen kommt eine Multimedia-Agentur ins Boot, die auf die professionelle Produktion kommerzieller Medien spezialisiert ist. Viele große Unternehmen arbeiten mit Agenturen zusammen, die alles abdecken, was im Rahmen der Produktion von Videos, Fotos, Audios, Artikeln und weiteren Medienformaten benötigt wird: die Konzeption und Umsetzung einer Kampagne, den Aufbau einer Plattform, die Erstellung relevanter Inhalte in Form von Text, Bild und Ton, die Vermarktung auf Social Media oder bei Google Ads und so weiter.

Sollen Serien, Shows oder Filme produziert werden, greifen Sender wie der WDR, der Hessische Rundfunk oder die Mediengruppe RTL neben internen Ressourcen oft auf Produktionsfirmen wie die UFA oder Constantin Film zurück. Mit Deinen IT-Skills bist Du im Film- und TV-Umfeld in den verschiedensten Rollen gefragt.

Verlage

Etablierte Verlage wie Bertelsmann, Axel Springer, die FUNKE Mediengruppe oder Gruner + Jahr existieren ebenso wie klassische Bildungsverlage wie Klett oder Cornelsen heute meist in hybrider Form, bieten also sowohl Print-Ausgaben an als auch Online-Formate. Manche davon sind frei zugänglich, andere hinter einer Paywall verborgen, denn die Arbeit der Redakteure, Fotografinnen, Entwickler und IT-Administratorinnen muss ja auch bezahlt werden. 

Viele neuere Magazine gibt es nur in digitaler Form, zum Beispiel golem.de, Business Insider oder ComputerBase. Hier gibt es kein zweites Standbein, das digitale Geschäft muss schnurren und ist daher ein Tummelbecken für Angehörige aller möglichen IT-Berufe von der Content Creation und dem Online Marketing Management bis hin zum Webentwickler, der UX Designerin oder Pros für Themen wie Business Analyse, KI oder Produkt- und IT-Projektmanagement.

In beiden Fällen – in hybriden und rein-digitalen Verlagen – sind irgendwelche Redaktionstools im Einsatz, ob es sich dabei um generalistische Software wie Microsoft Word oder Trello für die Redaktionsplanung handelt, um CMS (Content Management Systeme) fürs Web oder um mächtige spezielle Redaktionssysteme (CCMS oder Component Content Management Systeme), mit denen sich Inhalte unter Mehrfachverwendung auf beliebige Kanäle – Print, Websites, Apps, Pressemitteilungen uvm. – spielen lassen. Ob Du als Anwendungsentwickler:in diese Systeme optimierst, sie durch Datenbankentwicklung bereicherst oder den User:innen mit 1st und 2nd Level Support zur Seite stehst, bleibt ganz Dir überlassen! 

Streamingportale

The Buggles hatten Unrecht: Video mag seinerzeit die Begeisterung der Masse für Radio gedämpft haben, aber im digitalen Zeitalter sind Formate “auf die Ohren” gefragt wie schon lange nicht mehr. Radio ist längst nicht mehr alles, was wir hören. Spotify oder iTunes servieren uns alle unsere Lieblingslieder auf dem Silbertablett, und wir können sie genießen, wann und so oft wir wollen. Definitiv verbringen wir dank Internet-Hörformaten weniger Zeit mit dem Suchen einer störungsfreien Radiofrequenz, als die Menschen vor einigen Jahrzehnten das noch taten.

Mit 38 Prozent Hörerschaft hat sich auch das reine Internetformat Podcast mittlerweile sehr etabliert, so dass Du bei Podcastverzeichnissen wie Spotify, Deezer oder Google Podcasts wirklich für jeden Geschmack und zu jedem erdenklichen Thema was finden kannst – und wenn nicht, produzierst Du es eben selbst! Das geht inzwischen mit einigen wenigen Tools, etwa einem Mikrofon und einer Aufnahmesoftware wie Audacity oder Squadcast.

Video-Streamingdienste wie Amazon Prime, Sky oder Netflix haben den Zugang zu Filmen und Serien revolutioniert und traditionellen Anbietern wie Fernsehsendern und Kinos den ein oder anderen Nutzenden auf Nimmerwiedersehen weggeschnappt. Video-Plattformen wie Vimeo oder Youtube sind noch einen Schritt weitergegangen und haben neue Formate geboren, die näher an den Nutzenden sind als alles zuvor Dagewesene – ob durch die Interaktion zwischen Produzierenden und Publikum in den Kommentarspalten oder die Eigenproduktionen ehemaliger Konsument:innen, die in den neuen Medien zu Influencer:innen werden. 

Plattformen

Kaum ein Unternehmen geht heutzutage mehr ohne Homepages ins Rennen. Aber während Websites reine Unternehmenspräsentationen sind, gehen Plattformen darüber hinaus, ermöglichen den beidseitigen Austausch von Informationen und fungieren als digitale Marktplätze. Es gibt unzählige solcher Plattformen, über die Du zum Beispiel Deinen Urlaub buchen, ein neues Sofa kaufen oder wie bei get in IT Deinen Weg in der Informatik finden kannst.

Buchhandlungen wie Thalia arbeiten eifrig daran, die analogen und digitalen Touchpoints immer stärker miteinander zu verschmelzen: Man kann nicht nur online physische Produkte kaufen, sondern auch umgekehrt in einer der Filialen digitale Bücher erwerben, seinen neuesten Stapel Schmöker schon mal von unterwegs übers Smartphone vorbestellen oder virtuell bezahlen, statt sich in der Kassenschlange anzustellen. Hier gibt es zahlreiche Jobs für IT’ler:innen, in denen Du die nächsten Innovationen aus der Taufe hebst!

Social-Media-Plattformen wie Facebook, TikTok oder LinkedIn, Instagram, Xing oder Snapchat ermöglichen die Bereitstellung, Nutzung und Verbreitung von Medien aller Art – Links, Fotos, Videos, Artikel, Audios uvm. – in Verbindung mit nie dagewesenen Interaktionsmöglichkeiten zwischen Anbietenden und Nutzenden. Und natürlich suchen auch die Sozialen Medien immer nach IT-Talenten, aus den “typischen” IT-Berufen genauso wie aus Bereichen wie IT-Security, Datenanalysen, Cloud-Architekturen oder Qualitätsmanagement. Und selbst in einem noch recht neuen IT-Job wie VR-Entwickler:in kannst Du spätestens seit der Entstehung des Metaverse einen zukunftssicheren Beruf Dein Eigen nennen.

Spezialisierte Softwarehersteller

Für jede Form der Medienproduktion gibt es spezielle Software und relevante Techs und Tools. Das bedeutet für Dich als Developer, UI Designer:in und System Engineer ein Menge Arbeit in spannenden Feldern!

In der Filmproduktion etwa spielen Tools zur Videobearbeitung wie DaVinci Resolve von Blackmagic, Adobe Premiere Pro und After Effects, 3D-Tools wie Cinema 4D, Maya oder Blender und Animationssoftware wie Adobe Character Animator, Animatron Studio, Animaker oder Powtoon eine Rolle.

Für Podcasts wird eine Aufnahmesoftware wie Audacity, Squadcast, Apple Garage Band, Hindenburg Journalist Pro oder Adobe Audition benötigt. Online-Magazine und Blogs beruhen oft auf CMS wie WordPress oder Typo3. Softwarehersteller wie Facelift brand building technologies sind spezialisiert auf die Entwicklung von Programmen, die das Social Media Marketing aufs nächste Level heben sollen.

Auch Computerspiele gelten als Medien! Dass es in der Games Branche vom Spieledesigner über die Testerin bis hin zu den Game-Entwickler:innen feine IT-Jobs für Dich im Spiel sind, müssen wir sicher nicht mehr groß erläutern. 

Kurzum: Ob Online-Magazine, Newsletter, Blogs oder Shops, Games, Musik und Chats, Plattformen, Portale oder Podacsts – so vielfältig wie die neuen Medien sind auch die Einsatzgebiete für Deine Skills als IT-affine Person!

So kannst Du schon mit Deinem IT-Studium die Weichen Richtung Medienbranche legen

Auch wenn Du ein eher generalistisches oder anderweitig spezialisiertes Informatik-Studium absolviert hast, kannst Du in der Medienbranche Fuß fassen, etwa als Softwareentwickler:in, Data Analyst, Game Designer:in, Administratorin oder Scrum Master. Doch natürlich gibt es auch direkte Wege in die Branche, wo Du bereits im Rahmen von studienbegleitenden Praktika in einschlägigen Unternehmen Deine erste Berufserfahrung sammeln kannst. Schauen wir uns mal zwei typische Medien-Studiengänge an!

Medieninformatik

Wie der Name schon andeutet: Mit einem Studium der Medieninformatik bist Du perfekt für die Branche gerüstet. Das Studium ist sehr interdisziplinär aufgebaut und verbindet die Angewandte Informatik mit Disziplinen wie der Medientheorie, -gestaltung und -didaktik, der Kommunikationswissenschaft und der Psychologie. Medieninformatik ist ein Studiengang, den Du an zahlreichen Hochschulen im ganzen Land belegen kannst. Je nach Standort kannst Du verschiedene Schwerpunkte wählen wie 3D-Modellierung, Mobile Computing oder Künstliche Intelligenz. Dank der Fülle an Angeboten kannst Du sogar entscheiden, ob Du in Vollzeit, dual oder berufsbegleitend studieren möchtest. Auch Fernstudien sind möglich.

Mensch-Computer-Interaktion

Ein weiterer interessanter Studiengang, mit dem Du in der Medienbranche einiges anfangen kannst, ist Mensch-Computer-Interaktion. Deutschlandweit gibt es dazu nur 9 Gelegenheiten, u. a. in Hamburg, Weimar und Würzburg. Touchscreens, Interface Design, Augmented und Virtual Reality sind neben den Informatik-Basics nur einige der spannenden Themen, die Dich hier beschäftigen. Du richtest Deinen Kennerblick auf den Bereich der Anwendung und entwickelst Systeme, die Aufgaben sinnvoll zwischen Mensch und Computer verteilen, anstatt dem Menschen einfach all diejenigen Tasks zu überlassen, die nicht automatisiert werden können. Um hier ins Schwarze zu treffen, brauchst Du mehr als reine Entwicklungsskills und widmest Dich besonders der Psychologie, aber auch Feldern wie Arbeitswissenschaft, Soziologie und Design.

tl;dr:
  • In der großen weiten Welt der Medienbranche gibt es zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für Dich als IT’ler:in, ganz egal, auf welche Fachrichtung Du Dich spezialisiert hast. Denn moderne Medien spielen sich vorwiegend im Internet ab.
  • Ob Online-Verlag, Fernsehsender, Plattform-Player oder Datenbankanbieter: Du kannst nahezu frei entscheiden, wo genau Du arbeiten möchtest, denn gesucht wirst Du überall und mit einem Quäntchen Glück ist genau dann eine Stelle in Deinem Traum-Medienunternehmen frei, wenn Du loslegen kannst.
  • Oft machen IT’ler:innen einen Quereinstieg in die Medienbranche – von den Skills her ist das meist gar kein Problem. Mit einem Studium wie Medieninformatik oder Mensch-Computer-Interaktion jedoch kannst Du bereits an der Uni einen Deep Dive in die Medienbranche vornehmen.
 

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