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Die wichtigsten Soft Skills für IT-Berufe

Welche persönlichen und sozialen Fähigkeiten sind in welchen IT-Jobs gefragt?

Bylle Bauer
Zwei Personen vor einer Wand mit Klebezetteln.

Soft Skills have more to do with who we are than what we know.

M. M. Robles

Neben fachlichen Fähigkeiten wie der Kenntnis von Programmiersprachen, Technologien, Tools und Methoden haben Soft Skills längst einen festen Platz im Anforderungsprofil von Stellenanzeigen eingenommen. Dabei lesen wir dort meist die immer wiederkehrenden Buzzwords. Was dahinter steckt und welche Deiner persönlichen Fähigkeiten Du im welchem IT-Kontext optimal zum Leuchten bringen kannst, schauen wir uns in diesem Artikel an.

Keine Software ohne Soft Skills

Soft Skills spielen nicht erst seit gestern eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche Zusammenarbeit: Fast alle bedeutenden Meilensteine der IT wurden und werden durch Austausch und Kollaboration erreicht.

Dass Soft Skills im "War for Talents" immer weiter an Bedeutung gewinnen, mag paradox klingen, aber Unternehmen haben gelernt, dass es nichts bringt, jemanden einzustellen, der menschlich nicht passt. Umgekehrt macht es auch keinen Spaß, irgendwo zu arbeiten, wo alle komplett anders drauf sind als man selbst. In den meisten Fällen entscheidet auf beiden Seiten das Bauchgefühl mit, ob es zu einem Vertrag kommt oder nicht. Und dieses orientiert sich zwischen den Zeilen: dort, wo die Soft Skills wohnen.

Schwer zu definieren, gut zu lernen

Soft Skills lassen sich einteilen in persönliche und soziale Fähigkeiten, die Du neben Deinem fachlichen Knowhow besitzt. Persönliche Fähigkeiten sind zum Beispiel Lernbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Motivation, soziale etwa interkulturelle Kompetenz, Empathie, Kommunikationstalent – Skills, die Du in der Interaktion mit anderen anwendest. Die Einteilung ist recht schwammig, da sich einige "weiche" Fähigkeiten schwer abgrenzen und einordnen lassen. Fachübergreifende Kompetenzen erfordern beispielsweise einerseits, dass Du über Deinen technologischen Tellerrand hinaus agieren kannst, andererseits aber auch, dass Du Lust hast, Neues zu lernen und das Selbstbewusstsein, dies auch zu äußern und durchzuziehen. Dafür brauchst Du wahrscheinlich eine hohe Arbeitsmoral, eine überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft, aber auch das fachliche Verständnis.

Genau wie Du dieses mit der Zeit aufbauen kannst, so kannst Du auch Deine Soft Skills trainieren. Nicht aus jedem wird ein extrovertierter Redner und nicht jede kann lernen, geduldig und frustrationstolerant Zeile um Zeile Code zu schreiben. Das ist völlig ok, denn schließlich sind wir alle Individuen. Aber Du kannst lernen, konfliktfähiger zu werden, respektvoll mit anderen zu sprechen, Dinge zu erklären, Deine Meinung zu sagen usw. An der Uni kannst Du Kompetenzen in Rhetorik, Präsentation oder Moderation erwerben. Andere Eigenschaften wie Kritikfähigkeit, Qualitätsbewusstsein und Disziplin kannst Du Dir aneignen, indem Du bewusst daran arbeitest. Dabei solltest Du besonders die Skills ausbilden, die in Deinem Arbeitsumfeld wichtig sind.

Worauf kommt es in welchem IT-Jobumfeld an?

Ja, IT’ler:innen haben T-Shirts im Office cool gemacht (danke dafür!), aber das Klischee vom Computernerd, der in seinem Einzelbüro im Keller Voodoo betreibt und lieber in Einsen und Nullen statt mit Menschen kommuniziert, hat längst ausgedient. Spätestens seit der Digitalisierung sind Informatiker:innen nicht nur mittendrin im Unternehmensgeschehen, sondern hoch angesehene Profis, die händeringend gesucht werden und eine Menge zu sagen haben. Dabei sind viele neue Berufsbilder entstanden. Heute ist die Gruppe der IT-Profis ausgesprochen heterogen, so dass es "den IT’ler" in diesem Sinne gar nicht gibt. Das ist gut so, denn interdisziplinäre, interkulturelle und diverse Teams sind in der Regel die stärksten!

Teamwork, Kommunikation & Austausch

Für die erfolgreiche Entwicklung – egal, ob einer Software, einer Vision oder eines Projekts – sind Kommunikation und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit die Schlüssel. Dabei kommt es natürlich auf den Bereich an, wie intensiv das ausfällt und in welche Richtungen es geht.

Im Entwicklungsteam seid Ihr wie perfekt ineinander greifende Rädchen, weil Ihr versteht, was die anderen tun. Ihr werkelt geduldig neben- und miteinander an einem Feature, tauscht Euch aus, helft einander und nehmt auch konstruktive Kritik an, denn nur so kommt Ihr voran. Offenheit, Toleranz und Selbstreflexion gehören dazu.

Dank Eurer Fachkenntnisse sprecht Ihr dieselbe Sprache – und damit ist nicht nur C# oder Java gemeint. Wenn IT’ler:innen sich unterhalten, verstehen Normalsterbliche kaum ein Wort. Als Dev geht es für Dich also ab und zu auch darum, dass Du IT-Fachbegriffe in eine verständliche Sprache übersetzen kannst. Um gute Ideen voranzubringen, musst Du andere davon überzeugen können – klar, dass Dein Gegenüber da verstehen muss, wovon Du redest. Du bist als Entwickler:in längst kein stummer Dienstleister mehr, sondern eher ein Sparringspartner, der schon in die Planung einbezogen wird und hier auch mal sagen können muss, wenn eine Idee technologisch nicht machbar ist.

3 Personen sitzen mit ihren Laptops an einem Tisch und lachen gemeinsam.

Ohne Austausch läuft in der IT nichts. Schön, wenn Du ein bisschen Spaß daran hast!

Zum Beispiel pflegst Du den fachübergreifenden Austausch mit dem IT-Projektmanagement. Das wiederum muss mit mehreren und teilweise sehr unterschiedlichen Schnittstellen kommunizieren: neben den Devs auch mit dem Management und weiteren Entscheidungsträgern, den Kund:innen, den Fachbereichen, aber oft auch externen Dienstleister, Lieferantin usw. Als IT-Projektmanagerin, Product Owner oder IT-Consultant brauchst Du daher ein ausgeprägtes Organisations- und Kommunikationstalent. Du musst Dein Gegenüber einschätzen können, um gut zu verhandeln und langfristige Beziehungen aufzubauen. Also benötigst Du neben Überzeugungskraft auch Empathie und eine gewisse emotionale Intelligenz, also die Fähigkeit, Dich auf andere einzulassen und zielgerichtet mit ihnen zu kommunizieren.

Bei Themen wie Networking oder der Trendbeobachtung solltest Du eine hohe Eigeninitiative mitbringen und den Markt nutzen. An der Schnittstelle zu Kund:innen legst Du eine große Serviceorientierung und ein astreines Qualitätsbewusstsein an den Tag.

Bist Du eher als Analyst:in unterwegs, z.B. In der Business oder Data Analyse, brauchst Du neben einer strukturierten Arbeitsweise ein gutes Business-Verständnis und eine strategische Denke. Nur so kannst Du zielgerichtete Analysen fahren. Das Business-Knowhow ist Dir auch in anderen Bereichen nützlich, etwa als SAP-Consultant oder wenn Du eine Leitungsposition anstrebst. Dafür brauchst Du neben Führungsqualitäten ein hohes Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen.

In vielen Berufen wie der App-Entwicklung, dem UX-Design oder dem Online-Marketing ist Kreativität gefragt. Aber wenn in Stellenanzeigen von Kreativität gesprochen wird, dann ist damit eher die Fähigkeit gemeint, sich an neue Gegebenheiten anzupassen und innovative Lösungsansätze hervorzubringen. Dafür musst Du nicht zeichnen oder schreiben können. Hast Du ein offenes und wissbegieriges Gemüt und bleibst flexibel, dann gehst Du Hand in Hand mit der Zeit.

Back to Basics: Die Grundvoraussetzungen

Manche Soft Skills sind in allen IT-Berufen wichtig, und nicht nur dort, sondern in der gesamten Arbeitswelt. Die kannst Du getrost schon mitbringen, wenn Du irgendwo startest. Dazu gehören Engagement, Neugier und Motivation genauso wie Vertrauenswürdigkeit und Lernbereitschaft. Das Commitment zu lebenslangem Lernen spielt in der IT, wo Veränderungen und Fortschritte rasant ablaufen, eine besondere Rolle. Dieser Skill wird überall vorausgesetzt, und ihm fleißig nachzugehen, ist sicher nicht von Nachteil! Außerdem musst Du den Austausch pflegen, wie auch immer der sich ausgestaltet, und Respekt gegenüber Deinen Mitmenschen zeigen.

Die Fähigkeit zum Zeitmanagement ist ebenfalls in allen IT-Jobs und Situationen erforderlich: im IT-Projektgeschäft sind Roadmaps zu verfolgen, in agilen Scrum-Teams liefert Ihr innerhalb von zweiwöchigen Sprints Minimum Viable Products (MVPs) aus, als Admin begleitest Du eine genau geplante Transition, als UX-Designerin musst Du die Deadline der Kund:innen einhalten und so weiter. Wer darin noch nicht so fit ist, muss sich aber keine Sorgen machen: Das kannst und wirst Du im Job lernen.

Smarties im VW-Bus: Erste Begegnung mit Deinen Soft Skills

Wer sich auf einen Job bewirbt, hat eine ungefähre Vorstellung davon, welche Soft Skills die Personalverantwortlichen gern hören. Daher kommen diese Talente natürlich mit in den CV. Dass hier nicht allzu sehr geflunkert werden sollte, ist hoffentlich klar. Denn es gibt ja die erste Prüfung dafür bereits, bevor Du einen Vertrag vorgelegt bekommst: Das Vorstellungsgespräch dient beiden Seiten als Gelegenheit, sich abzuklopfen. Hier sind die Soft Skills mindestens genauso entscheidend wie das theoretische Fachwissen, das Du ja erst in der Praxis unter Beweis stellen kannst.

Das fängt beim Händedruck an und zieht sich durch das gesamte Treffen. Aber keine Angst, Ihr müsst Euch nicht auf Anhieb zu 100% sympathisch sein, damit Du den Job bekommst. Am Ende geht es ja eher darum, ob Du ins Team passt, und der Stress einer Bewerbungssituation wird natürlich auch berücksichtigt. Deshalb werden beim Vorstellungsgespräch vor allem grundlegende Soft Skills wahrgenommen: Warst Du pünktlich? Kannst Du gut zuhören und Dein Gegenüber ausreden lassen? Verstehst Du, wovon geredet wird? Hast Du Dich im Vorfeld über das Unternehmen informiert und damit Deine Eigeninitiative unter Beweis gestellt?

Manchmal bekommst Du knifflige Beispiele aus der Praxis vorgestellt und wirst gefragt, wie Du in der beschriebenen Situation gehandelt hättest. So können die Leute, die mit Dir im Raum sitzen, Dich ein bisschen einschätzen lernen. Bewirbst Du Dich auf einen Job mit Business-Hintergrund, solltest Du vielleicht im Vorfeld mal recherchieren, wie viele deutsche Unternehmen im DAX sind und wie die aktuelle Situation da ist. Auch auf andere Jobs kannst Du Dich in der Regel vorbereiten. Beschäftige Dich auf jeden Fall mit Deinem Arbeitgeber und der Branche!

Foto eines Spielzeug-Bus mit einem echtem VW-Bus im Hintergrund.

Manche Personalkräfte stellen heikle Fragen ganz direkt, z.B. wie Du es findest, kritisiert zu werden oder wie Du mit Fehlern oder Misserfolgen umgehst. Davon versprechen sie sich einen Einblick in Deine Arbeitsweise, aber auch in Deine Persönlichkeit. In seltenen Fällen wirst Du gar mit Brainteasern dieses Kalibers konfrontiert:

"Wie viele Smarties passen in einen VW-Bus?"

"Wie schwer ist New York?"

"Wie oft kommt ein Ball, der aus 90m Höhe geworfen wird, auf dem Boden auf, wenn er bei jeder Bodenberührung einen halben Meter zurückspringt?"

Hier geht es weniger um die richtige Antwort als um Deine Kreativität, an das Problem heranzugehen. Brichst Du in Schweiß aus und bringst kein Wort heraus, oder denkst Du drauf los und präsentierst eine smarte Antwort?

Solche gemeinen Vorstellungsgespräche bilden zum Glück die Ausnahme. Mach Dir also keine Sorgen, sondern gib einfach Dein Bestes! Wenn Du Lust auf einen Job hast, motiviert und lernbereit bist und natürlich auch die fachlichen Voraussetzungen erfüllst, wird das auch klappen! Danach kannst Du Deine vorhandenen Soft Skills analog zu Deinen IT-Kenntnissen im echten Berufsleben immer weiterentwickeln.

TL;DR:
  • Soft Skills sind Deine persönlichen und sozialen Fähigkeiten, die Dir helfen, Deine eigene Arbeit zu organisieren und mit anderen zu interagieren
  • Du kannst viele Soft Skills erlernen und trainieren.
  • Die wichtigsten Soft Skills im IT-Bereich sind die Fähigkeit zur fachübergeifenden Kommunikation und effektiven Zusammenarbeit sowie Kreativität im Sinne einer flexiblen und lösungsorientierten Reaktion auf Veränderungen.