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Was macht ein Business Analyst?

Strateg:in für IT-Lösungen: Make or buy? Was rentiert sich und was nicht?

Von Deborah Liebig

 

 

Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser.

Dieser Spruch gilt als Lebens- und vor allem Arbeitsmotto von Business Analyst:innen. Sie prüfen, mit welchen Strategien die Unternehmensprozesse verbessert werden können und überwachen die wirtschaftliche und technische Umsetzung von neuen Anforderungen. Erfahrene Business Analyst:innen leiten die gesamte Systementwicklung und strategische Entwicklung einer Firma.

Du möchtest gleichzeitig Prozessmanagerin, Koordinator und Vermittlerin zwischen Business- und IT-Welt sein? Wir geben Dir einen Überblick über den Job als Business Analyst:in.

Was sind Deine Aufgaben?

Als Business Analyst:in untersuchst Du Geschäftsprozesse und kümmerst Dich um das Requirements Engineering. Zu Deutsch: Anforderungsmanagement. Das bedeutet, Du identifizierst, analysierst, priorisierst und formulierst die komplexen Anforderungen an Prozesse und IT-Systeme. Und zwar sowohl aus Sicht Deines Unternehmens als auch aus der Perspektive der Kund:innen.

Du jonglierst zwischen Geschäftsführung, Fachabteilungen, Produktion und natürlich der IT: Als Business Analyst:in nimmst Du eine sehr wichtige Schnittstellenposition ein. Dein Job ist es, nach einer eingehenden Bestandsanalyse Lösungen zu entwickeln, wie interne Strukturen und Geschäftsprozesse verbessert werden können. Du ermittelst darüber hinaus aber auch die Bedürfnisse der unterschiedlichen Stakeholder, bewertest und erstellst Lösungskonzepte und last but not least begleitest Du die technische Umsetzung.

Ampel, die auf Grün steht und das englische Wort für Veränderung anzeigt.

Du implementierst als Business Analyst:in Change Prozesse im Unternehmen. Als empathisches Kommunikationstalent, schaffst Du dafür bei allen Angestellten Akzeptanz.

Problemlöser und Prozess-Expertinnen

Dabei erkennst Du nicht nur bestehende Probleme, sondern auch neue Chancen. Du "übersetzt" die Anforderungen der Fachabteilungen für die Anwendungsentwickler:innen, damit die von dir erstellten Konzepte und Richtlinien in entsprechende IT-Lösungen umgesetzt werden können. Du stimmst die pragmatische Umsetzbarkeit mit der IT-Abteilung ab. Gleichzeitig achtest Du auf wirtschaftliche Produktlösungen, die zur Geschäftsstrategie passen. Bis zur Implementierung sorgst Du für ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen allen Beteiligten. Du leitest und dokumentierst die technische Entwicklung – und das alles ohne den Zeitrahmen aus den Augen zu verlieren. Außerdem unterstützt Du das abschließende Testing und die Qualitätssicherung.

So sehen die 5 Steps in der Business Analyse aus:

Vorgehensmodell der 5 Schritte in der Business Analyse.

Das Berufsfeld ist noch relativ jung, hat aber schon jetzt einen hohen Stellenwert für die Unternehmen. Das zeigt auch die wachsende Zahl von Stellenangeboten für alle mit

IT-Abschluss. Gerade jetzt digitalisieren viele Unternehmen ihre Geschäftsmodelle und richten Prozesse und z. B. Lieferketten neu aus. Dafür brauchen sie IT-Talente, die für diese Change-Prozesse alle beteiligten Bereiche im Blick haben.

Was unterscheidet Dich von IT-Consultants?

Auch in Deinem Job geht es um die Verbesserung von Unternehmensabläufen und strategischer Organisation. Du begleitest und steuerst in Deinem Verantwortungsbereich ebenfalls Projekte und Restrukturierungsmaßnahmen, auch Change Management genannt. Einerseits überschneiden sich die Funktionen also in vielen Bereichen. Doch als Business Analyst:in berätst Du nicht extern, sondern kümmerst Dich um die unternehmensinterne System-, Projekt- und Prozessqualität. Deine Aufgaben sind neben Machbarkeits- und Kosten-Nutzen-Analysen in erster Linie die Anforderungsanalyse und die konkrete Unterstützung der Fachabteilungen. Zum Beispiel, indem Du die internen Prozesse zum Software Development, Release Management und die Performance insgesamt weiterentwickelst und bewertest. Diese Auswertungen 'konvertierst' Du in empfängergerechte Präsentationen. In Teamarbeit erstellst Du Prognosen für den nächste Monat, das nächste Quartal oder Jahr und arbeitest insgesamt eng mit dem Management zusammen.

Was unterscheidet Dich von IT-Projektmanager:innen?

Genau wie die IT-Projektmanager:innen bist Du als Business Analyst:in an einer Schnittstelle und vermittelst zwischen Unternehmensführung, Fachabteilungen, externen Dienstleistungsunternehmen und auch Kund:innen. An beiden Positionen arbeitest Du interdisziplinär und holistisch. Eine allgemein gültige Definition der beiden Bereiche gibt es nicht: So können Business Analyst:innen in bestimmten Projektphasen zum Beispiel für die Anforderungsanalyse bzw. das Anforderungsmanagement zuständig sein. Der Fokus in der Business Analyse deckt dabei häufig ein breiteres Spektrum ab. Während Projektmanager:innen auf der operativen Ebene den Projekterfolg im Blick hat, beschäftigst Du Dich als Business Analyst:in auf taktischer und strategischer Ebene mit dem “Was” und “Warum” und setzt den Fokus auf den Erfolg bzw. Nutzen für das Unternehmen. Noch bevor es überhaupt ein Projekt gibt, das Projektmanager:innen managen können, analysierst Du im Unternehmen den Bedarf und leitest Maßnahmen und Lösungen ab.

Was unterscheidet Dich von Requirement Engineers?

Anforderungsanalyse, - dokumentation und -management sind sehr wichtige Bausteine in der erfolgreichen Umsetzung von (IT-)Projekten. Als Business Analyst:in übersetzt Du zwischen Fachabteilungen und IT. In der operativen Phase bist Du als Business Analyst:in gleichzeitig Requirement Engineer, während Du in der strategischen Phase betriebswirtschaftliche Methoden anwendest wie SWOT-Analyse, Marktanalysen oder auch das Business Model Canvas und den wirtschaftlichen Nutzen für Deine Firma im Blick hast.

Überblick der Aufgabenbereiche von Business Analyst und Requirement Engineer.

Quelle: https://www.theprojectgroup.com redaktionell bearbeitet durch get in IT

Wo kannst Du arbeiten?

Deine Arbeitgeber:innen sind häufig:

Grundsätzlich kannst Du in den verschiedensten Branchen tätig sein, z.B.:

Worauf kannst Du Dich spezialisieren?

Als Business Analyst:in kannst Du Dich auf einzelne IT-gesteuerte Unternehmensprozesse konzentrieren. Spezialist:innen werden häufig im Bereich Business Intelligence, Data Mining, Enterprise Resource Planning (ERP) und Customer Care gesucht. Und auch als SAP-Profi wirst Du mit offenen Armen empfangen.

Welche Zertifikate sind wichtig für Business Analyst:innen?

Bisher bietet nur eine Handvoll Unis einen Master in “Business Analytics” an. Du kannst deshalb auf Dein grundlegenden Informatik- oder Wirtschaftsinformatikstudium unterschiedliche Zertifizierungen aufsatteln und damit Schwerpunkte setzen.

Business Analysis (CBAP und IDBA)

Du kannst Dich zusätzlich am International Institute of Business Analysis (IIBA) zertifizieren lassen, mittlerweile auch auf Deutsch. Einen standardisierten Ausbildungsweg gibt es noch nicht. Von daher kann eine Prüfung zum "Certified Business Analysis Professional (CBAP)", die dem internationalen Standard entspricht, sinnvoll sein. Vor allem, wenn Du im Ausland durchstarten willst. Auch mit dem “International Diploma in Business Analysis (IDBA)” der British Computer Society bist Du fit für internationale Unternehmen. Aber Achtung: Beide Zertifizierungen setzen mehrere Jahre Berufserfahrung voraus. Direkt nach Deinem IT-Abschluss ein Zertifikat anzupeilen, ergibt also keinen Sinn.

Requirement Engineering (CPRE)

Neben diesen Business-Analysis-Zertifizierungen kannst Du Dich spezialisieren und im Requirement Engineering weiterbilden. Das IREB (International Requirements Engineering Board) bietet das international anerkannte Zertifizierungsmodell "Certified Professional for Requirements Engineering" (CPRE) auch auf Deutsch an.

Agiles Projektmanagement

Oft wünschen sich Unternehmen auch Nachweise in agilen Arbeitsweisen wie Scrum oder Kanban. Denn je nach Unternehmensstruktur arbeitest Du in agilen Teams und entlastest z.B. den Product Owner in der Kommunikation mit den Devs, aber auch durch das Erstellen von präzisen Anforderungen und User Stories

Bist Du eine Business Analyst:in?

Du bist gut darin, Zusammenhänge zu erkennen und willst den Dingen immer auf den Grund gehen? Du bist ein ausgesprochenes Kommunikationstalent und kannst komplizierte Zusammenhänge verständlich erklären. Da Du nicht nur das technische Knowhow der Softwareentwickler:innen besitzt, sondern auch die betrieblichen Abläufe verstehst, fällt es Dir leicht, eine Brücke zwischen Business und IT zu schlagen. Im Team arbeitest Du gerne, übernimmst aber auch mal die Führung und kannst Dich gut durchsetzen – egal ob auf Deutsch oder Englisch.

Anforderungen an Business Analyst:innen im Überblick.

Du arbeitest täglich mit den unterschiedlichen Fachabteilungen, der IT und auch Kund:innen zusammen, deren Sichtweisen und Bedürfnisse Du berücksichtigst, deshalb bist Du als Business Analyst:in außerdem sehr empathisch und hast viel Fingerspitzengefühl.

Du hast Informatik oder Wirtschaftsinformatik studiert und einen Schwerpunkt auf Prozess- und Datenmodellierung gelegt. Zu Deinen wichtigsten Analysesprachen- und tools gehören UML, XML, SQL und BPMN (Business Process Model and Notation), eine Spezifikationssprache, mit der Informationsspezialist:innen Geschäftsmodelle und Arbeitsabläufe entwerfen und dokumentieren können. Neben dem Umgang mit Modellierungswerkzeugen hast Du auch schon etwas Erfahrung mit Projektmanagement-Tools wie Jira, ERP- und BI-Systeme wie z.B. DOMO oder Cognos. Kenntnisse in SAP und MS Office bzw. Confluence sind für Deinen Job genauso selbstverständlich wie die obligatorische analytische Denk- und Herangehensweise.

Was kannst Du verdienen?

Dein Gehalt als Business Analyst:in wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Die Branche, die Größe Deines Unternehmens und auch Dein Abschluss wirken sich nicht unerheblich auf die Zahl auf dem Gehaltszettel aus. Wenn Du einen Masterabschluss mitbringst, startet Dein Einstiegsgehalt als Business Analyst:in im Schnitt mit einem Jahresbrutto von 48.600 €. In unserer Gehaltsstatistik erhältst Du einen Überblick über die Gehälter aller Branchen, Unternehmensgrößen und weiterer Faktoren, die die Höhe Deines Gehalts beeinflussen.

tl;dr:
  • Als Business Analyst:in untersuchst Du IT-gesteuerte Geschäftsprozesse und verantwortest das Anforderungsmanagement.
  • Eine eindeutige Job-Definition gibt es nicht. Bei Stellentiteln wie Systemanalyst, Produktmanagerin oder Prozess-Analyst werden oft Business Analyst:innen gesucht.
  • Spezialisieren kannst Du Dich u.a. auf Business Intelligence, Data Mining oder SAP.
  • Dieser IT-Job passt zu Dir, wenn Du kommunikativ bist und neben dem technischen Knowhow auch die betrieblichen Abläufe verstehst.
 

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